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Eine Karosserie und Ingenieurbauteile aus nachwachsenden Rohstoffen für ein Bioconcept Car entwickeln die Fachhochschule Hannover und Four Motors.

Naturfasern und Biopolymere sollen zeigen, dass sie Serienreife in Verarbeitung und Materialeigenschaften erreichen. Türverkleidungen, Armaturenbretter, Hutablagen, Autohimmel – für alle diese Bauteile greifen Autobauer schon heute gern auf Naturfasern als Verstärkungsmaterial zurück, weisen sie doch eine geringe Dichte bei gleichzeitig hoher Steifigkeit und Festigkeit auf. Zudem neigen sie bei Unfällen nicht zum Splittern.

Mit dem aktuell gestarteten Forschungsprojekt „Bioconcept Car“ geht die Fachhochschule Hannover zusammen mit der Four Motors GmbH einen großen Schritt weiter. Nun sollen die Karosserie-Teile eines VW Scirocco aus biobasierten Kunst- und Verbundwerkstoffen entwickelt, gebaut und erprobt werden. Dabei handelt es sich um einen Rennwagen, der von dem Sänger und Rapper Smudo gefahren wird.

Der Projektpartner Zim Speed – ein auf die Produktion von faserverstärkten Leichtbauteilen für Rennfahrzeuge spezialisiertes Unternehmen – wird im industriellen Maßstab Karosserieteile aus biobasierten Verbundwerkstoffen herstellen. Auch die Fertigung weiterer Bauteile aus biobasierten Kunststoffen soll auf industriell eingesetzten Maschinen erfolgen.

Diese Bauteile werden im Labor zunächst auf ihre mechanischen Eigenschaften getestet, dann im realen Rennbetrieb auf ihre Funktionstüchtigkeit erprobt und zum Abschluss wieder im Labor untersucht. Die so gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Optimierung und Weiterentwicklung der Bauteile ein.

Am Ende des Vorhabens steht ein allen Interessierten zugänglicher Bauteilkatalog, in dem die Bauteile, die eingesetzten Werkstoffe und deren Verarbeitung ausführlich beschrieben werden. Intention des Projekts ist es, einen möglichst weitreichenden Impuls für den Einsatz von neuartigen biobasierten Werkstoffen sowohl in der Automobilbranche als auch auf anderen Gebieten zu setzen.