BMW-System IPS-i

Mit einer neuen Digitalplattform geht BMW in Dingolfing einen weiteren Schritt Richtung Industrie 4.0. Bild: BMW

| von Werner Beutnagel

IPS-i sammelt unter anderem Daten unterschiedlicher Ortungssysteme wie GPS, RFID oder funkbasierter Inhouse-Ortungssysteme (RTLS) und stellt sie über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung. Vom Bauteil bis zum Roboter sollen so alle Fertigungselemente identifiziert und lokalisiert werden können, um eine systemübergreifende Interaktion der einzelnen Elemente zu ermöglichen. Die Vision hinter IPS-i ist es, über die Positionen aller am Produktionsprozess beteiligten Objekte ein digitales Echtzeit-Abbild der Werke der BMW Group zu generieren.

„Dank der Technologieoffenheit von IPS-i können wir neue Backend-Systeme anbinden, ohne jedes Mal vorher eine spezielle Softwareschnittstelle zu programmieren. Dadurch lassen sich Anwendungen zur Verbesserung von Fertigungsprozessen mittels Ortungsdaten einfacher und schneller als bisher realisieren“, sagt Thomas Strebin, der in der zentralen Abteilung für Digitalisierung im Produktionsumfeld der BMW Group für den Rollout der neuen IT-Plattform im weltweiten Produktionsnetzwerk zuständig ist. Lösungen, die an einem bestimmten Standort entwickelt wurden, sollen so reibungslos von anderen Werken übernommen werden können.

Bis Ende 2021 soll IPS-i an zehn Werksstandorten von BMW im Einsatz sein. Jedes Werk soll dann in der Lage sein, eigene digitale Anwendungen anzubinden, während die technische Weiterentwicklung der IT-Plattform und die Integration neuer Ortungssysteme zentral von Statten gehen soll.

Im Werk Dingolfing ist die Basis für die Plattform bereits gelegt. Unter anderem nehmen Sensoren rund um die Fertigungsbänder Informationen zu getaggten Objekten auf, die dann virtuell abgebildet werden. Die gewonnenen Ortungsdaten dienen unter anderem zur automatischen Fahrzeugerkennung für Geofencing-Funktionen: Betritt der Montagemitarbeiter mit dem mit Sensoren ausgestatteten Schrauber den virtuell eingezäunten Bereich, erhält das Werkzeug die Daten des Fahrzeugs. In einem weiteren Anwendungsfall meldet sich das geortete Fahrzeug eigenständig im Geofence an und aktiviert RFID-Geräte, die die entsprechenden Label einzelner Bauteile auslesen. So soll über den automatischen Abgleich mit IPS-i geprüft werden, ob die Einzelteile korrekt verbaut wurden.

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