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Vier Roboter erstellen tausende Schnittbilder eines Prototypen im Mikrometerbereich. Bilder: BMW

| von Werner Beutnagel

Bei der Technologie, die im Pilotwerk im Forschungs- und Innovationszentrum FIZ eingesetzt wird, umfahren vier Roboter das Fahrzeug und erstellen dabei mehrere tausend Schnittbilder. Durch die detaillierte Bild-Analyse könne BMW künftig darauf verzichten, die Prototypen wie bislang üblich auseinandernehmen zu müssen. 

„Ohne die Fahrzeugprototypen in ihre Einzelteile zerlegen zu müssen, können wir diese dreidimensional und mit höchster Präzision analysieren – und damit eine Prüfung unserer Fahrzeuge vornehmen, die mit konventionellen, statischen Computertomographie-Anlagen so nicht möglich ist“, sagt Udo Hänle, Leiter Produktionsintegration und Pilotwerk bei BMW. „Dies hilft uns letztendlich dabei, neue Technologien schneller in Serienfahrzeuge zu integrieren.“

BMW-Ingenieure können dank der Technologie Bauteile analysieren, ohne das Fahrzeug zerlegen zu müssen.

Zwar kommen CT und Röntgenbilder bereits seit Jahren bei BMW zum Einsatz, bislang wurden damit allerdings nur einzelne Bauteile und nicht komplette Fahrzeuge analysiert, ergänzt Michael Koch, Leiter Technologie Werkstoff- und Verfahrensanalytik. Mit der neuen Anlage könnten nun auch Aussagen etwa zur Karosseriebeschaffenheit nach dem Lackierprozess oder zum Zustand von Schweiß- und Stanzverbindungen getätigt werden. 

Doch BMW will noch einen Schritt weiter gehen: Im Rahmen einer Forschungsarbeit prüfen die Ingenieure derzeit, inwiefern künstliche Intelligenz für die Auswertung der Ergebnisse eingesetzt werden kann. Mit Hilfe großer Datenmengen soll die Software Muster erlernen, diese Informationen selbständig miteinander verknüpfen und die Auswertung schrittweise automatisieren.