P90168711

Per Datenbrille soll die Kommunikation zwischen Qualitätsprüfern und Entwicklungsingenieuren bei BMW verbessert werden. Bild: BMW

| von Pascal Nagel

BMW testet derzeit im US-Werk Spartanburg den Einsatz von Datenbrillen zur Verbesserung und Beschleunigung der Qualitätssicherung. In dem Pilotprojekt zeichnen Mitarbeiter per Google Glass Testreihen an Vorserienfahrzeugen auf. Eventuelle Abweichungen können damit – wahlweise fotografisch oder filmisch – dokumentiert sowie anschließend analysiert und behoben werden. Die BMW Group untersucht zudem, in welcher Form sich diese innovative Pilotanwendung auf andere Produktionsbereiche und -standorte übertragen lässt, heißt es in einer Mitteilung.

Ziel des Pilotprojekts im Werk Spartanburg sei vor allem die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Qualitätsprüfern im Analysezentrum der Vorserienproduktion und den Entwicklungsingenieuren. Jedes Vorserienfahrzeug werde bei der BMW Group vollständig geprüft, um in der späteren Serienproduktion die erforderliche Premium-Qualität der Fahrzeuge sicherzustellen. Bislang wurden eventuelle Beanstandungen an den Vorserienfahrzeugen schriftlich dokumentiert. Die Problembeschreibungen blieben dabei mitunter zu vage, so der OEM. So habe es bei rund einem von vier Fällen Rückfragen von der zuständigen Fachabteilung gegeben.

Die Datenbrille, die eine Kamera und ein Display umfasst, bietet nun drei Modi der Kommunikation: Fotografie, Videoaufnahme oder Background-Video. In letzterem Modus ist die Brillenkamera permanent eingeschaltet. Die Videobilder der jeweils vergangenen zwei Minuten werden zwischengespeichert und lassen sich via Knopfdruck auf einem werksinternen Server der BMW Group abschließend speichern. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn sich Fehlfunktionen nicht eindeutig reproduzieren lassen. „Im Laufe des Pilotprojekts soll noch die Funktion Videotelefonie hinzu kommen, so dass Beanstandungen direkt am Fahrzeug mit allen betroffenen Entwicklungsbereichen abgeklärt werden können“, erläutert Projektleiter Jörg Schulte.

Die bisherigen Ergebnisse des Pilotprojekts seien so vielversprechend, dass es weitergehende Überlegungen für den Einsatz in der Endmontage von Serienfahrzeugen gibt, heißt es. Dort wird die Abarbeitung von Prüfplänen anhand stationärer Computer-Terminals dokumentiert. Je nach Ausstattung des Fahrzeuges sind dabei zwischen zehn und 25 Prüfaufgaben abzuarbeiten. Die Mitarbeiter pendeln dafür zwischen Fahrzeug und Terminal. „Mit Google Glass könnten sie am Fahrzeug bleiben, sich die Prüfpläne auf dem integrierten Display anzeigen lassen und diese anschließend per Sprachsteuerung quittieren. Beide Hände wären somit durchgehend für die Prüfungen verfügbar“, so Schulte weiter.