Industrie 4.0 braucht neue Führung

Der Erfolg von Industrie 4.0 hängt auch von den Fähigkeiten der jeweiligen Führungskräfte ab. Bild: Kuka

| von Werner Beutnagel

Insgesamt sei das Thema inzwischen im Management angekommen, so die Studie. „Die Führungskräfte haben mittlerweile ein tiefgehendes Verständnis von den Herausforderungen von Industrie 4.0 gewonnen und beginnen den Wandel, der damit einhergeht, mehr oder minder konsequent zu gestalten“, erklärt Martin Plendl, CEO von Deloitte. „Gleichzeitig zeigt die diesjährige Untersuchung, dass es noch erhebliches Optimierungspotenzial gibt.“

Die Studie konstatiert zudem, dass Führungskräfte mit bestimmten Merkmalen mit verschiedenen Herausforderungen besser umzugehen wissen als andere. Die vier erfolgreichen Führungstypen unterteilt die Studie in Social Supers, Data-driven Decisives, Disruption Drivers und Talent Champions.

Führungskräfte, die es schaffen, soziale Verantwortung umzusetzen und zugleich profitabel zu machen, bezeichnet der Report als Social Supers. Auf die Frage nach den wichtigsten Faktoren zur Bewertung der jährlichen Performance ihrer Unternehmen nannten 34 Prozent der weltweit befragten Führungskräfte an erster Stelle „gesellschaftliche Auswirkungen“ – jeweils nur 17 Prozent klassische Faktoren wie „finanzielle Performance“ oder „Mitarbeiterzufriedenheit“. Zudem gaben 73 Prozent an, im Vorjahr Produkte oder Services mit dem Ziel eines positiven Effekts für die Gesellschaft oder Umwelt entwickelt zu haben.

Unternehmenslenker, die einen systematisch-analytischen Ansatz zur Entscheidungsfindung nutzen, werden in der Studie als Data-driven Decisives bezeichnet. Unter anderem erwirtschaftet diese Gruppe ein höheres Umsatzwachstum als klassische Unternehmenslenker. In Deutschland ist die Gruppe derer, die Daten als Entscheidungsgrundlage nutzen, jedoch kleiner als im internationalen Vergleich (12 Prozent im Vergleich zu 17 Prozent). Ein zentrales Problem sei das Silodenken, so die Studienautoren: In drei von fünf Unternehmen konzentriere sich das Knowhow jedoch immer noch auf wenige, oft separat agierende Kompetenzträger.

Die Gruppe der Disruption Drivers hingegen investiert offensiv in neue Technologien, um ihr Geschäftsfeld zu erweitern. Im Vergleich zum Anteil der Führungskräften, die in Industrie 4.0 investieren, um sich vor Disruption zu schützen (67 Prozent), ist die Gruppe der Disruptoren kleiner (33 Prozent).

Als Talent Champions bezeichnet die Studie Führungskräfte mit einem Fokus auf die personellen Anforderungen der Zukunft, die konkret etwa mit Weiterbildungsangeboten adressiert werden. Bei den deutschen und internationalen Studienteilnehmern herrscht weitestgehend Einigkeit (58 beziehungsweise 55 Prozent) darüber, dass die heutigen Fähigkeiten im Unternehmen nicht für die Herausforderungen von morgen ausreichen.

Quelle: Deloitte

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