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Noch nicht allen Fach- und Führungskräften ist Industrie 4.0 ein Begriff – Dem Siegeszug entsprechender Systeme tut dies jedoch kaum einen Abbruch. Bild: Kuka

| von Werner Beutnagel

Obwohl einige Unternehmen bereits Cyber Physical Systems zur Erfassung, Steuerung und zum Monitoring in Produktionsprozessen einsetzen, hat das Thema Industrie 4.0 noch nicht alle Fach- und Führungskräfte erreicht. Auf dem Weg zur Realisierung vernetzter Fertigungsprozesse müssen zudem Hürden, etwa im Bereich der Finanzierung und der Sicherheit, überwunden werden. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle IDC-Studie „Industrie 4.0 in Deutschland – Startschuss für die ITK-basierte vierte industrielle Revolution“. Eine überwiegende Mehrheit der Befragten (80 Prozent) ist allerdings dennoch der Meinung, dass sich Industrie 4.0 innerhalb der nächsten zehn Jahre durchsetzen wird. Etwa jedes zweite Unternehmen, dem das Konzept bekannt ist, hat bereits ein Budget für entsprechende Initiativen gebildet.

Von den in Produktionsunternehmen befragten Fachkräften ist der Begriff Industrie 4.0 jedoch nur rund 57 Prozent der Experten bekannt. Die Beschäftigung mit dem Thema nehme innerhalb höherer Hierarchieebenen zu. Ein Großteil der Führungskräfte habe sich demnach sporadisch bis intensiv mit den Chancen und Risiken der vierten industriellen Revolution auseinandergesetzt. Eine stärkere Auseinandersetzung als bei Produktionsunternehmen finde derweil bei Maschinen- und Anlagenbauern statt, so die Studienautoren weiter.

Etwa ein Drittel derjenigen Studienteilnehmer, denen Industrie 4.0 bekannt ist, nutzen bereits heute Maschinen und Anlagen mit eingebetteten vernetzten Systemen. Rund ein Viertel der Befragten nutzt zudem vernetzte Transporttechnologien – meist auf Basis von RFID. Viele Unternehmen hätten demnach erste Schritte zu vernetzten Fertigungsprozessen und einheitlichen Datenplattformen getan: „Auch wenn die Umsetzung zum Teil noch im Rahmen von Pilotprojekten, Testphasen oder einzelnen Bereichen der Fertigung geschieht, sammeln Firmen bereits heute Erfahrungen mit der Erhebung und Analyse von Daten aus vernetzten Produktionssystemen“, sagt Mark Alexander Schulte, Consultant und Projektleiter bei IDC. „Eine gute Ausgangsbasis, um umfassendere Industrie 4.0-Initiativen in Betrieben zu starten.“

Um Industrie 4.0 Wirklichkeit werden zu lassen, ist es aus Sicht der IDC-Analysten wichtig, Unternehmen den Mehrwert der Technologie zu vermitteln. Wichtige Vorteile der intelligenten Produktion bestünden vor allem in Kosteneinsparungen, der Automatisierung von Fertigungsprozessen, dem besseren Management der steigenden Produktkomplexität und einer schnelleren Reaktionsfähigkeit auf neue Anforderungen. Je stärker Industrie 4.0-Lösungen die Herausforderungen der Unternehmen adressieren, umso schneller würden diese mit der Umsetzung von Projekten beginnen, so die Prognose der Studienautoren.

Wichtiger Bestandteil intelligenter Produktionssysteme sei dabei etwa der Bereich Predictive Maintainance. Befragte erwarten hierbei durch die Vernetzung von Sensoren mit eingebetteten Systemen in Anlagen eine bessere Produktionsplanung, eine längere Laufzeit der Maschinen und die Vermeidung von Ausfällen. Jeweils ein Viertel der Befragten habe entsprechende Lösungen bereits im Einsatz oder plane eine Implementation innerhalb des nächsten Jahres, so die IDC-Studie. Aufgrund der verbesserten Möglichkeiten zur Fernwartung denkt zudem jedes vierte Fertigungsunternehmen zudem darüber nach, die Instandhaltung und den Betrieb von Maschinen künftig stärker auszulagern.

Rund drei von fünf der von IDC analysierten Unternehmen sehen das Product-Lifecycle-Management (PLM) als wichtigen Baustein zur Verwirklichung der Industrie 4.0 an, lediglich 19 Prozent der Befragten würden eine solche Aussage bestreiten. Als mindestens ebenso wichtig wird außerdem das Thema IT-Security angesehen, dass durch die zunehmende Öffnung der Systeme in den Fokus der zuständigen Fachkräfte rückt. Zentrale Sorgen der Befragten sind hierbei der Diebstahl geistigen Eigentums, durch Hacker ausgelöste Produktionsstörungen und unbemerkte Manipulationen von Maschinen und Abläufen. „Die aktuelle Situation im Produktionsumfeld ist mit der in der Office-IT vor zirka 20 Jahren vergleichbar. Die damaligen IT-Systeme, also Workstations oder PCs, waren auch nicht für den Datenaustausch ausgelegt“, so IDC-Analyst Mark Schulte. „Sicherheitsstandards mussten sich etablieren. Dies sollte positiv stimmen, dass eine umfangreiche IT-Sicherheit auch im Rahmen von Industrie 4.0 hergestellt werden kann.“

 

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