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Zum Start der Serienproduktion der neuen Sprinter-Generation in Ludwigsfelde prüft Mercedes-Benz Vans die RFID-Technologie.

| von Claas Berlin

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) arbeitet Mercedes-Benz Vans im brandenburgischen Sprinter-Werk Ludwigsfelde an neuen Fertigungstechnologien. Zum Produktionsstart der neuen Sprinter-Serie testet der OEM die RFID-Technologie (radio-frequency identification). Seitenspiegel und Sitze können so automatisch und kontaktlos per Funk lokalisiert und identifiziert werden. Dies geschieht ab dem Moment der Anlieferung bis zum Bandablauf des Sprinters. In einem Presseworkshop konnte sich automotiveIT ein Bild von der intelligenten Produktion machen.

Um neue Fertigungstechnologien in die Produktion zu integrieren, beginnt die Vernetzung bereits bei den Zulieferern. Sie bringen an den Bauteilen die für RFID nötigen elektronischen Etiketten an – sogenannte RFID-„ Tags“. Bei den Etiketten handelt es sich um briefmarkengroße Computerchips, die Informationen speichern und senden können. Für die Ortung sind Lesegeräte an zentralen Punkten von Logistik und Produktion stationiert. Der drahtlose Kontakt wird über Funkwellen, die von den Lesegeräten erzeugt werden, hergestellt. 

Bislang mussten die Produktionsmitarbeiter im Werk Ludwigsfelde an verschiedenen Stationen Strichcodes auf den Spiegeln und Sitzen händisch abscannen. Diese Arbeitsschritte entfallen nun. Durch RFID können die Mitarbeiter auf Veränderungen im Ablauf, wie beispielsweise bei Verzögerungen in bestimmten Bereichen nun zeitnah reagieren und kurzfristig umdisponieren. „Neue digitale Technologien wie RFID bringen den großen Vorteil mit sich, dass sie unsere hochqualifizierten Produktionsmitarbeiter von Routineaufgaben wie der Dokumentation von Arbeitsschritten entlasten“, sagt Frank Klein, Leiter Operations Mercedes-Benz Vans.

Von der Fertigungstechnologie profitieren jedoch nicht nur die Mitarbeiter in der Produktion. Auch die Qualitätssicherung sei auf diese Weise jederzeit darüber im Bilde, ob das passende Bauteil am richtigen Fahrzeug montiert ist. Zudem könne die Technologie der erhöhten Flexibilität, Effizienz und der steigenden Variantenvielfalt in der Produktion gerecht werden, heißt es dazu vom OEM. „Wichtig ist, dass die Technologie im Ganzen wirkt und die Digitalisierung im Werk weiter vorantreibt“, so Projektleiter Michael Trunschke.

Die Digitalisierungsprozesse bei Mercedes beschränken sich aber nicht nur auf menschliche Arbeitsvorgänge. Seit 2012 kommen in Teilbereichen der Montage in Ludwigsfelde bereits fahrerlose Transportsysteme (FTS) zum Einsatz. Sie werden zum einen durch eine Vernetzung mit dem IT-System des Werks gesteuert, zum anderen aber auch über RFID. Die Transponder befinden sich hierfür im Boden der Werkshallen und enthalten Fahrbefehle.

In den nächsten Jahren sollen bis zu 40 Teile per RFID mit dem Produktionssystem digital vernetzt werden. Auch andere Standorte von Mercedes-Benz Vans sollen damit ausgerüstet werden. Bis 2025 strebt der Stuttgarter Autobauer eine vollumfängliche Vernetzung seiner Produktionsstätten an und investiert 200 Millionen Euro in den weltweiten Ausbau der intelligenten Produktion.

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