Skoda_SuperbiV_Kvasiny

Der Superb iV ist das erste elektrifizierte Serienfahrzeug von Škoda.

| von Claas Berlin

Lediglich 17 Tage – mehr Zeit blieb den Verantwortlichen des tschechischen OEMs nicht, um die Fertigungsprozesse in Kvasiny auf den elektrifizierten Superb umzustellen. „Unser Werk ist voll ausgelastet. So blieben uns nur die Werksferien im Sommer, um die Produktion vorzubereiten“, unterstreicht Michael Oeljeklaus, Vorstand für Produktion und Logistik bei Škoda gegenüber Journalisten beim Rundgang durch die Werkshallen.

Insgesamt belaufen sich die Investitionen für den Suberb iV im Osten Tschechiens auf rund 12 Millionen Euro. Die ehemalige Halle des Qualitätszentrums hat der OEM komplett umgebaut: Für die Fertigung und Inbetriebnahme der Fahrzeuge mussten Arbeitsorte im Rahmen des Fertigungsprozesses zudem neu angeordnet werden. Innerhalb der Fertigungsstraße installierte Škoda einen Behälter für Fahrgestellrahmen sowie einen Manipulator für Hochvolt- und 12-Volt-Batterien. 

40 neue Mitarbeiter wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen eingestellt. Künftig sollen in Kvasiny 60 Plug-in-Hybride pro Tag von den Bändern laufen.  Auf eine höhere Nachfrage könne man im Werk jedoch unverzüglich und flexibel reagieren, betont der Produktionsvorstand.

In der langfristigen Elektromobilitäts-Strategie bis 2025 ist der Superb iV hingegen nur ein kleines Puzzlestück. In sechs Jahren soll ein Viertel der Škoda-Modellpalette elektrifiziert sein. Zwei Milliarden Euro fließen dafür in das Zukunftsfeld Elektromobilität und in neue Mobilitätsdienste.

Mit der E-Mobilitäts-Submarke iV beginnt für den tschechischen Hersteller ein neues Kapitel in der 124-jährigen Unternehmensgeschichte. Škoda iV umfasst neben dem Aufbau der eigenen elektrifizierten Produktfamilie auch ein ganzheitliches, vernetztes Ökosystem.

Nicht minder stolz ist man in Kvasiny jedoch auf die ersten Schritte, die man mit dem Serienlauf des Teilzeit-Stromers Superb iV nun gegangen ist. Neben den baulichen Maßnahmen stand im Vorfeld des Produktionsstarts auch die Qualifizierung der Belegschaft im Fokus. Denn im Vergleich zum Verbrenner-Modell werden im Superb iV 620 neue Teile verbaut. Insbesondere die Arbeitsvorgänge mit Hochvolt-Komponenten mussten angelernt werden.

Anhand von Virtual Reality werden neue Produktionsverfahren erlernt.

Mittlerweile haben mehr als 5.500 Mitarbeiter das dreitägige Weiterbildungsprogramm bei Škoda durchlaufen. An realen und virtuellen Trainingsstationen werden die Wirkungsweisen und Funktionalitäten der verschiedenen Bauteile erklärt und Routinen entwickelt.

Digitale Instrumente hielten auch in den Fertigungsstraßen Einzug. Das Projekt „dProduction“ leitet Mitarbeiter im tschechischen Werk Kvasiny künftig papierlos durch Produktionsprozesse und bietet zudem Dokumentation und Qualitätskontrolle aus einer Hand.

Neben dem Flaggschiff der Marke entstehen in Kvasiny auch die SUV-Modellfamilien Karoq und Kodiaq. 2018 verließen erstmals mehr als 300.000 Fahrzeuge innerhalb eines Jahres die Fabrikhallen. Am Produktionsstandort beschäftigt der Automobilhersteller rund 9.000 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb.