Mensch am Schreibtisch

Business Continuity Manager haben in Zeiten der Coronakrise alle Hände voll zu tun.

Corona führt vor allem vorher schon angeschlagenen Zulieferern vor Augen, wie schnell ein Unternehmen durch unerwartete Ereignisse in eine existenzbedrohliche Lage rutschen können. Aber auch gesunden OEMs hat die Pandemie herbe Schläge versetzt. Outsourcing, Outtasking, komplexe globale Lieferketten und Just-in-Time-Produktion machen das Geschäft fragil. Es muss nicht gleich eine Pandemie sein: Hackerangriffe auf die IT, massive Stromausfälle oder Brände genügen völlig, um Lieferketten und Autoproduktion schachmatt zu setzen. Wohl dem, der über ein Business Continuity Management verfügt, um gerüstet zu sein.

Pläne für den Fall der Fälle

Aufgabe von Business Continuity Managern (BCM) ist es im Kern, Risiken früh zu erkennen, Schadenspotenziale zu benennen und Abläufe, die in einem Business Continuity-Plan fixiert sind, in Gang zu setzen, durch die im Fall der Fälle der Laden möglichst schnell wieder auf die Beine kommt. Im Fokus sollten dabei Risiken stehen, die höchstwahrscheinlich nicht eintreffen, aber einen hohen Schaden verursachen könnten, raten die Berater von PricewaterhouseCoopers, die entsprechende Dienste anbieten und auch Interne qualifizieren.

Doch welche Skills sollten Business Continuity Manager mitbringen? Sie müssen nicht nur analytisch scharf denken, Pläne entwerfen und dokumentieren, sondern diese auch der Belegschaft kommunizieren können. Vor allem der Geschäftsführung. „Nötig ist Begeisterungsfähigkeit, um das Thema im Unternehmen zu platzieren“, betont Uwe Naujoks, Geschäftsbereichsleiter Risikomanagement und Partner bei der WG-DATA GmbH, „Kenntnisse im Prozess-, Risiko- und Qualitätsmanagement sind obligat.“ Die Pannenhelfer müssen ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich durchdringen können – vor allem auch IT-seitig.

Aus der IT ins Gesamtunternehmen

Traditionell kamen BCM aus der IT-Welt, weil hier die Hauptrisiken schlummern. Inzwischen sind aber auch in Sachen Worst-Case versierte Fachkräfte an Bord, etwa Ingenieure, die entsprechend qualifiziert wurden. Diese führen idealerweise ein Business Continuity Managementsystem ein, für das zunächst zwei Aufgaben erledigt werden müssen, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Die Business Impact Analyse (BIA) und die Risikoanalyse. Die BIA stellt fest, welche Geschäftsprozesse essenziell für den Geschäftsbetrieb sind sowie welche finanziellen und immateriellen Folgen es hat, wenn diese ausfallen sollten. Ermittelt werden muss zudem die maximal tolerierbare Ausfallzeit, Wiederanlaufzeit und das Wiederanlauf-Niveau für jeden Geschäftsprozess, etwa am Montageband. Wichtig auch, Geschäftsprozesse nach ihrer Kritikalität und Priorisierung zu ordnen und die nötigen Ressourcen für solche Prozesse im Normal- und Notbetrieb zu erheben.

Für die Implementierung eines Business-Continuity-Management-Systems empfehlen Experten vom TÜV Rheinland, sich an Better-Practice-Ansätzen wie den Standards ISO 22301, ISO 27031 oder BSI 100-4 zu orientieren. Leider ist BCM derzeit eher eine Domäne von Banken. Das Jahr 2020 wird das ändern und Krisenmanagern auch in der Autobranche eine Sonderkonjunktur bescheren.

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