Eine Frau mit Smartphone steht vor einem Fahrzeug.

13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen kooperieren im öffentlich geförderten Projekt Software-Defined Car, kurz: SofDCar. Bild: Bosch

Im auf drei Jahre angelegten Projekt mit dem Kürzel SofDCar, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 43 Millionen Euro gefördert wird, sollen standardisierte Regeln und Prozesse geschaffen werden, mit deren Hilfe sich neue Funktionen im und um das Fahrzeug künftig schneller entwickeln lassen und sicher zu den Autofahrern gelangen.

Mehr denn je bedarf es eines Regelwerks für die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen elektronischen Komponenten und Systeme im Auto, heißt es bei Bosch. Moderne Fahrzeuge verfügen heute teilweise über mehr als 100 Steuergeräte. Funktionen müssen zudem über den gesamten Lebenszyklus eines Autos, also bis zu 20 Jahre, jederzeit aktualisierbar und sicher bleiben. Im Projekt zielt man daher darauf ab, dass künftig alle Software-Updates und -Upgrades Regeln und Prozessen folgen, durch die sie kontrollierbar sind und dem Einsatz einer konsequenten Methodik für funktionale und IT-Sicherheit unterliegen. SofDCar kartografiere quasi den IT-Dschungel im Auto, heißt es bei Bosch.

Mit einer neuen Sicht auf Software und Daten legen wir die Grundlagen für sehr viel mehr Flexibilität im Umgang mit neuen Funktionen und Daten rund um moderne Fahrzeuge", sagt Andreas Westendorf, der das Projekt beim Konsortialführer Bosch leitet. Man ordne Prozesse für die Erstellung und Wartung von Software für die Fahrzeugdomäne über moderne, firmenübergreifende Entwicklungstoolketten und DevOps-Methoden grundlegend. Dies soll komplexere Funktionen und Sicherheitsmethoden ermöglichen.

Digitaler Zwilling als IT-optimierter Partner des Autos

Teil des Projekts ist die Entwicklung eines erweiterten Digitalen Zwillings, also eines virtuellen Abbilds der Entwicklungs- und Laufzeitdaten eines Fahrzeugs. Dieser Zwilling umfasst künftig die im Fahrzeug und in der Cloud verteilten Daten – von der Herstellung eines Fahrzeugs bis zu seiner Verschrottung.

Im Projekt beteiligt sind neben Bosch auch ETAS, Mercedes-Benz, Universität Stuttgart, Vector Informatik, T-Systems, ZF, FKFS, FZI, KIT, P3 digital services, Boole Works und e-mobile BW.

In der Automobilindustrie sind die Autohersteller bemüht, ein einheitliches, hardwareübergreifendes Softwarebetriebssystem zu entwickeln. Längst warnen Experten vor explodierenden Kosten, sollten sich die OEMs beim Thema Software übernehmen. Die OEMs schlagen indes verschiedene Wege ein, etwa indem sie ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen oder Kooperationen mit Hightech-Konzernen eingehen.

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