Ein Fahrzeug in einem illustrierten Loop aus Daten.

Die unzähligen Daten ändern das Netzwerk der Wertschöpfung fundamental: Die Zukunft des Automobils wird in einem globalen Ökosystem gestaltet. Bild: UNITY

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UNITY ist die Managementberatung für Innovation und digitale Transformation. Seit 1995 beraten wir Akteure der Automobilindustrie und vereinen Technologietiefe mit Kompetenzen, die für eine erfolgreiche digitale Transformation erforderlich sind. Wir sind unter anderem Experte für die Themen Data Driven Services, Digital Twin, PLM und Systems Engineering. Sprechen Sie uns an!

Bereits eine kurze Fahrt mit einem modernen Fahrzeug generiert unzählige Daten. Die vielen Sensoren machen das Auto zum Datensammler. Kein Wunder, dass erfahrene Plattformunternehmen mit ihren datengetriebenen Geschäftsmodellen auf den milliardenschweren Markt drängen. Doch auch die OEMs wollen das Steuer rumreißen und widmen sich zunehmend dem Thema Automotive Data. „Das Geschäft der OEMs ist stark hardwaregetrieben und im Wesentlichen auf den Point-of-Sale ausgerichtet. Dem gegenüber stehen die Plattformanbieter, die ihre datengetriebenen Geschäftsmodelle verstärkt auch für das Device Auto ausrollen. Denken wir nur an Apple CarPlay“, erklärt Philipp Wibbing, der als Partner das Digital-Automotive-Geschäft der Managementberatung UNITY verantwortet. Allein die hohe Marktkapitalisierung der neuen Player verdeutliche seines Erachtens, dass datengetriebene Services und Geschäftsmodelle zukünftig einen Großteil des Geschäfts ausmachen werden. Die Erwartungshaltung des Marktes ist enorm.

Wie können Daten besser monetarisiert werden?

Insbesondere die Premium-OEMs haben die Herausforderung „Datenmonetarisierung" und den Wandel hin zu smarten und nachhaltigen Mobilitätslösungen angenommen und große Projekte gestartet. Doch woran liegt es, dass der große Durchbruch im harten Wettbewerb bislang ausblieb? Das bisherige Zielbild „Data is the new Oil“ hat sich nicht vollständig bewahrheitet. Die OEMs haben zwar riesige Datenmengen in sogenannten Data Lakes gesammelt, es gelingt ihnen aber nicht, diese gewinnbringend einzusetzen. Ihre Datenarchitektur ist bislang nicht dafür ausgelegt.

„Um Mehrwerte für Kunden und Unternehmen zu kreieren, muss das neue Zielbild zu einem Data Stream ausgebaut werden“, betont Wibbing.  Dieser liefere die Daten aus den Kundenfahrzeugen im Feld, auf deren Basis gewinnbringende Services für die Kunden aufgebaut werden. Gleichzeitig können diese Datenlaut dem UNITY-Experten von internen Entwicklungsabteilungen genutzt werden, um die nächsten Fahrzeuggenerationen sowie eigene Services zu optimieren. Nur mit Hilfe durchgängiger Strategien und Geschäftsmodelle lasse sich das enorme Potenzial, das die Daten mit sich bringen, auch am Markt realisieren.

Beim Thema Fahrzeugdaten und digitale Services kommt jedoch zwangsläufig auch die Frage nach dem Datenschutz auf. Hier bieten sich weitere Potenziale für die deutschen Premium-OEMs, denen der Schutz der Daten besonders wichtig ist. „Datenschutz made in Germany kann zu einem internationalen Gütesiegel avancieren. Wird das Thema Datensicherheit richtig adressiert, ist es eine Chance und kein Hemmnis“, erläutert Wibbing. Dazu muss der technische Schutz der Daten sehr gut umgesetzt sein und der Fahrzeugbesitzer beziehungsweise Fahrer kann individuell festlegen, welche Daten an Anbieter von digitalen Diensten übermittelt werden dürfen.

Welche Use Cases gibt es für Plattformanbieter?

Die unzähligen Daten ändern das Netzwerk der Wertschöpfung fundamental: Die Zukunft des Automobils wird in einem globalen Ökosystem gestaltet. Datenökonomie verändert somit die zukünftige Erstellung sowie Nutzung der Produkte und letztlich auch deren Wert für den Kunden. „Den größten Mehrwert für Kunden und das Unternehmen bringt es, in offenen Systemen zu denken und Partner im Ökosystem zu integrieren“, empfiehlt UNITY-Partner Wibbing. „Das vergrößert den Wert für den Kunden und damit Umsatzpotenziale“. Durch eine Öffnung des Ökosystems kann Geschäftswert sowohl durch Umsätze aus digitalen Geschäftsmodellen als auch durch Kostenoptimierungen im Wertschöpfungsnetzwerk generiert werden.

Mögliche Use Cases, um Mehrwert auf der Kunden-Seite zu erzeugen, können Steigerung der Sicherheit, Effizienzsteigerungen oder intelligente Verkehrssteuerung sein. Doch nicht alle möglichen Use Cases sind für die Endkunden, aber auch andere Business-Stakeholder innerhalb des Ökosystems relevant. Peyman Merat, der als Principal bei UNITY Automobilhersteller zum Thema Datenstrategie berät, erklärt: „Wichtig ist, die Entwicklung von Services ganz klar in einem Portfolio zu priorisieren. Was wenig Nutzen schafft und viele Ressourcen bindet, wird nicht weiterverfolgt.“

Das Vorgehen entscheidet über den Erfolg

Groß zu denken, auch wenn das Projekt klein startet, sowie Klarheit über das Zielbild sind elementare Erfolgsfaktoren. Entsprechend muss im Vorfeld die Plattformstrategie und die eigene Rolle im Ökosystem festgelegt werden. Aus der Sicht der Autohersteller ist es wichtig, das Ökosystem gesamtheitlich als „zum Produkt zugehöriges vernetztes Feature“ anzusehen. „Je mehr Möglichkeiten für den Kunden in diesem Ökosystem vorhanden sind, desto attraktiver wird das Gesamtprodukt ‚Auto‘. Genau aus diesem Grunde ist es wichtig, eine offene Plattformstrategie zu verfolgen. Damit schafft man einen Datenraum, in dem Kunden durch attraktive Use Cases von OEMs aber auch von Drittanbietern begeistert werden können”, gibt Merat den Kurs vor.

Oft dem Mindset in den Überlegungen zu wenig Bedeutung beigemessen. Ist man bereit, bewusst das unternehmerische Risiko für die Realisierung eines gut durchdachten Anwendungsfalls einzugehen, ihn zu realisieren und am Markt zu platzieren? Sicherheitsdenken und Venture-Capital-Mentalität bei der Realisierung von Services spielen eine zentrale Rolle. Ist Abwarten angebracht, um die Kundenakzeptanz und die Nachfrage zu bewerten oder eher das Eingehen eines bewussten Risikos, um sich als Erster die Nuggets am Markt zu holen und als Platzhirsch zu etablieren? Bei der Geschwindigkeit und der Marktposition, die Plattformunternehmen an den Tag legen, kann es sich am Ende auszahlen, die bereits durchdachten und mit Kostennutzen-Analyse hinterlegten Use Cases in hoher Geschwindigkeit umzusetzen.

Online Seminar: Wertschöpfung bei Automotive Daten

Zur Person:

Philipp Wibbing verantwortet als Partner das Geschäft mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Produktentstehung in der Automobilbranche. Seine Beratungsschwerpunkte liegen in den Themen Digitalisierung, CIO Strategie, Systems Engineering, PLM, Geschäftsmodell-Innovationen, Agiles Management und Data Analytics. Wibbing studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn und arbeitet seit 2005 bei UNITY. 2012 wechselte er in die Geschäftsfeldverantwortung. Zudem ist er Aufsichtsrat der UNITY Beteiligungs-AG und Vorstandsmitglied im prostep ivip Verein.

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