Marco Görgemaier

Der Wirtschaftsinformatiker begann seine berufliche Laufbahn 2010 bei Audi und wechselte drei Jahre später zu BMW. (Bild: BMW)

Er ist der Datenkurator. Oder, etwas komplizierter ausgedrückt: der Head of Data Transformation, Artificial Intelligence. Als solcher ist Marco Görgmaier mit seinem Team für die strategische Daten- und KI-Transformation bei BMW zuständig. Er ist also eine zentrale Schaltstelle auf dem Weg des Autobauers hin zum datengetriebenen Unternehmen. Man könnte auch sagen: Zukunft wird in seiner Abteilung gemacht.

Wir verantworten dabei die Umsetzung von Advanced Analytics und AI-Initiativen sowie die Bereitstellung von zentralen AI-Plattform-Angeboten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der BMW Group“, erklärt Görgmaier. Eine seiner Kernaufgaben ist dabei bereichsübergreifend im Konzern die Zusammenarbeit bei der Kuratierung und Verwendung von Daten zu koordinieren und zu fragen: Welche Daten sind von Interesse? Woher kommen sie und wer macht sie nutzbar?

Görgmaier orchestriert ein Heer von Datenanalysten. Er leitet ein globales Team von mehr als 100 Data Scientists, Data- und AI-Engineers sowie Consultants, verteilt über den Digital Campus in München und die Development-Hubs in Portugal und Südafrika. Zum Einzugsgebiet des BMW-Experten gehören auch regionale Hubs des Data Transformation Office in den Regionen Amerika, Asia Pacific und China.

Der Job bündelt Use Cases mit AI

Zu den Aufgaben seines Teams zählt neben dem Aufbau der AI-Plattform unter anderem, Datenbestände zu erweitern und vorhandene aufzubereiten. All das, um Abläufe zu optimieren, besser planen zu können und neue Geschäftsideen zu entwickeln. Der Job ist brandneu. Erst im Jahr 2019 hat die BMW Group sein zentrales Data Transformation Office etabliert und ein Data Governance Framework im gesamten Unternehmen eingeführt. „Vergangenes Jahr haben wir entschieden, die neue Domäne ‚Data Transformation, Artificial Intelligence‘ zu schaffen“, berichtet Görgmaier, „Hier haben wir das Data Transformation Office gemeinsam mit unseren Use-Case Umsetzungsteams und der AI-Plattform gebündelt.

Die Plattform soll möglichst anwendernah Beratungs- und Expertenwissen bereitstellen. Tägliches Brot des AI-Teams ist es, sämtlichen Fachabteilungen die neuen Möglichkeiten künstlicher intelligenter Werkzeuge näher zu bringen. „Wir wollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die keine oder wenig Berührungspunkte mit AI haben, die Potenziale vermitteln und dann gemeinsam die Umsetzung von der Idee bis hin zur Lösung begleiten“, erklärt das AI-Mastermind. Daher verbringt er mit seiner Mannschaft viel Zeit mit den Fachstellen: „Es geht darum, Arbeitsprozesse sowie Projektziele zu verstehen, um zu erkennen, wo wir mit unserem Know-how rund um AI helfen und unterstützen können.

An seinen Job schätzt Görgmaier besonders das vernetztes agile Arbeiten mit flachen Hierarchien, das die die Zusammenarbeit des globalen Teams prägt. Aber auch, dass er als Treiber der Daten- und KI Transformation mit seinen Mitarbeitenden die zentralen Wegbereiter der digitalen Transformation des Autobauers ist: „Nur so können wir Kundenerfahrungen, Kultur und Geschäftsprozesse schaffen, die sich an die verändernden Bedarfe des Marktes, unserer Kunden, aber auch der Mitarbeitenden im Unternehmen anpassen“, erklärt der KI-Chef.

Reizvoll sei ebenso der sehr breite Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette - und vor allem, diese daten- und KI-getrieben zu optimieren. Spannend wäre an seinem Job außerdem die Kombination aus Strategie, Technologie und der starke Fokus auf die Menschen. „Es ist für uns entscheidend, bei unseren Mitarbeitenden die entsprechenden Fähigkeiten zu fördern, Prozesse anzupassen, aber auch die richtige Einstellung aufzubauen, die für eine nachhaltige digitale Transformation erforderlich ist.

Wie wird man zum Head of Data Transformation?

Ein Blick in Görgmaiers Lebenslauf zeigt prototypisch, wie man zum obersten KI-Kopf eines Konzerns werden kann. Der Bayer hat einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik von der University of Reading (UK) und begann 2010 seine berufliche Laufbahn bei Audi als internationaler Trainee. Drei Jahre später wechselte er zu BMW.

Vor seiner heutigen Position hatte er verschiedenste Positionen im Technologieumfeld inne, unter anderem als Leiter Strategic Planning and Innovation Management sowie Leiter DevOps Platform, Cloud Technologies. Außerdem zählt Görgmaier zu den Gründern des Münchner Startups Bonavendi, einer Plattform zum Kauf und Verkauf von Gebrauchtem.

Auf die Frage, welche Qualifikationen man für den Job haben sollte, antwortet der KI-Experte: „Ideal ist es, wenn man ein tiefes Verständnis der Geschäftsprozesse und -strategie mitbringt. Und das kombiniert mit technischem Verständnis im Bereich Artificial Intelligence sowie angrenzenden Technologien.“ Mindestens genauso entscheidend sei es aber, Leidenschaft für die Führungsaufgabe zu haben, um ein Team aufzubauen, zu führen und entwickeln zu können.

Jedenfalls könne aus dieser Position heraus viel bewegt werden. „Mit dem Aufbau unserer Data-, Analytics- und AI-Plattform haben wir ein starkes Fundament für unser weltweites Datenmanagement geschaffen. Gerade das letzte Jahr mit anhaltenden Krisen hat gezeigt, welche Herausforderungen ein volatiles Umfeld für die BMW Group bringt“, sagt der BMWler.

So habe die Halbleiterkrise vor Augen geführt, dass ein durchgängiges Datenmanagement und damit einhergehende datengetriebene Entscheidungen und Lösungen wesentlich dafür sind, um bestmöglich mit widrigen Umständen zurecht zu kommen. Erfreut berichtet Görgmaier: „Es macht mich stolz, wie schnell wir bei der BMW Group aufgrund unserer hohen Daten-Transparenz reagieren und mit intelligenten Analysen sowie dem Wissen der Experten aus den Fachstellen die richtigen Entscheidungen treffen konnten. Das treibt unser Team an.“

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