Lars Thomsen, Futurist aus Zürich.
| von T-Systems

Ein Visionär, der immer nur in Wochen denkt – kann so jemand wirklich vorausschauend sein? – Lars Thomsen ist es. „In den kommenden 200 bis 300 Wochen werden Internet und Energiewirtschaft ihre Netze Schritt für Schritt verschmelzen“, ist ein Beispiel für ein Zeitfenster, wie der Chef der Zürcher „Future Matters AG“ sie seinen Kunden „gerne öffnet“.

Der kleine Umrechnungstrick hat seinen Grund: „So sehen bis dato in grundverschiedenen Branchen aufgestellte Player viel klarer, in welchem Tempo die Grenzverläufe ihrer Interessen, Märkte und Geschäftsfelder verschwimmen“.

Das Elektroauto zeige, was möglich ist, wenn sich Energieversorger, IT-Unternehmen und Fahrzeugbauer vernetzen. Ein Smart Grid etwa, das Stromlieferanten und Elektrofahrzeuge über das Internet verknüpfe, eröffne völlig neue Geschäftsmöglichkeiten.

Spätestens 2014 werde das erste Elektroauto den Preis eines vergleichbaren Benzinfahrzeugs unterbieten. Und 2020 werde jeder zweite neu zugelassene Pkw in Deutschland elektrisch angetrieben – das ist in weniger als 490 Wochen, rechnet der 42-jährige, gebürtige Hamburger vor.

Die Flatrate fürs Auto

Treiber dieser Entwicklung werden nicht die Autohersteller, sondern die Stromlieferanten sein, die sich zum Start in den Massenmarkt völlig neuer Vertriebskonzepte bedienten. Die Hardware, also das Elektroauto, könnte schon bald in Verbindung mit einem 24-Monatsvertrag für einen Euro Einstiegspreis angeboten werden.

Dazu gibt es ähnlich wie beim Handy unterschiedliche Nutzungstarife, vielleicht sogar eine Flatrate für die elektrische Mobilität. Der Betriebswirt spürt den Ideen nicht nur nach, er rechnet sie auch durch. „Durch das Elektroauto können Energieversorger ihren Umsatz mit privaten Haushalten verdoppeln.“ Thomsen hat für einige Energieversorger die Geschäftsmodelle für das kommende Webzeitalter durchkalkuliert. Seine Prognose: „Das vernetzte Auto wird für die Versorger zur Cash Cow.“

Ein weiterer Trend sei das Internet der Dinge: Smart Metering, also der intelligente Stromzähler, sieht er als einen ersten Schritt in diese Richtung und als wichtiges Element, wie „Maschinen, Unternehmen und Netzwerke künftig miteinander kommunizieren“.

Das sei erst der Anfang: „Viele Geräte werden sich selbst erklären und aktiv werden, wenn sie gewartet, entstört oder entsorgt werden müssen.“ Und so klingt es nicht wie Science Fiction, wenn Thomsen sagt: „Schon bald kümmern sich die Maschinen um uns statt umgekehrt.“

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