Eine Frau programmiert am Steuer eines Fahrzeugs auf einem Rechner.

Die Automobilbranche zeigt sich bei der Digitalisierung aufgeschlossen, ist aber beim Einsatz von KI noch Nachzügler.

Die deutschen Autobauer und Zulieferer sind in den vergangenen Jahren deutlich aufgeschlossener gegenüber der Digitalisierung geworden. Neun von zehn Unternehmen zeigen sich offen für digitale Technologien und Neuerungen – eine Steigerung um 19 Prozent gegenüber 2017. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS).

Dabei spielen auch die Auswirkungen der Coronakrise eine entscheidende Rolle: 70 Prozent der Unternehmen haben aufgrund der Erfahrungen während der Pandemie ihre Investitionen in digitale Geräte, Technologien und Anwendungen erhöht. „Defizite der Unternehmen hat die Covid-19-Krise schonungslos offengelegt – von unzureichend digitalisierten und vernetzten Prozessen bis zu instabilen Lieferketten“, sagt Santu Mandal, Leiter der Manufacturing Business Unit bei TCS in Deutschland.

Vorne dabei ist die Branche beim Einsatz neuer Technologien: Über die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) nutzt 3D-Druckverfahren, um beispielsweise Fahrzeug- und Ersatzteile zu produzieren oder Prototypen schnell und kostengünstig zu entwickeln. Das ist mehr als doppelt so häufig wie der Durchschnitt der untersuchten Schlüsselbranchen (26 Prozent).

Auch die Nutzung von Augmented und Virtual Reality ist in der Autoindustrie weit verbreitet. Mehr als jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) nutzt bereits erweiterte oder künstliche Realitäten – doppelt so viele wie vor einem Jahr (17 Prozent). Auch im direkten Vergleich mit anderen Branchen sticht der Wert hervor – durchschnittlich nutzen erst 19 Prozent die Technologien.

Anders stellt sich die Lage beim Thema künstliche Intelligenz dar. Die Hälfte der Befragten steht dem Einsatz von KI zwar offen gegenüber, allerdings hinkt diese Einstellung der Praxis hinterher: Gerade einmal 17 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-basierte Anwendungen ein.

„Die Ergebnisse überraschen auf den ersten Blick, ist autonomes Fahren doch ein wichtiges Zukunftsfeld“, kommentiert Santu Mandal. „Einsatzbereiche für KI, einschließlich maschinellem Lernen, sind aber nicht nur im Fahrzeug selbst, sondern auch in IT und industrieller Fertigung relevant – und zwar bei allen Unternehmen der Branche. Fehlendes Knowhow der Mitarbeiter erschwert jedoch die Umsetzung.“

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