Verkehr in China

Fast neun von zehn Chinesen können sich vorstellen, ein E-Fahrzeug anzuschaffen, so eine aktuelle Continental-Studie

| von Werner Beutnagel

Zu diesem Ergebnis kommt die Continental-Mobilitätsstudie 2020 in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Infas. Vor dem Hintergrund der Coronapandemie gaben 46 Prozent der Befragten in China an, das Auto häufiger als zuvor zu benutzen. In Deutschland liegt dieser Wert laut Studie nur bei 23 Prozent.

Gleichzeitig können sich 86 Prozent der Befragten im Reich der Mitte vorstellen, ein E-Auto zu kaufen. In Deutschland und Frankreich geben dies nur 35 beziehungsweise 28 Prozent an. Diese große Spanne werde unter anderem dadurch mitgeprägt, dass in China die Bevölkerung im urbanen Raum durch die Umfrage stärker erreicht wurde als die Landbevölkerung, schränken die Studienautoren jedoch ein.

Ähnlich wie in den anderen untersuchten Ländern sind jedoch auch in China die Verfügbarkeit von Ladesäulen (63 Prozent), die geringe Reichweite (59 Prozent) und notwendige Ladepausen bei langen Fahrten (44 Prozent) Argumente gegen die Anschaffung eines E-Autos. Ein hoher Preis spricht für Chinesen jedoch gerade bei einem Fünftel der Befragten gegen den Kauf eines Stromers. In Frankreich liegt dieser Wert bei 55 Prozent, in Deutschland bei 46 Prozent.

Rund 60 Prozent der befragten Chinesen meiden seit Ausbruch des Coronavirus‘ öffentliche Verkehrsmittel – der höchste Wert im internationalen Vergleich. Auch Fahrgemeinschaften werden seit Ausbruch der Pandemie weniger genutzt. Stattdessen denkt mehr als die Hälfte der Befragten darüber nach, sich ein eigenes Auto anzuschaffen – oder hat dies bereits getan. Dieser Wert übersteigt mit 58 Prozent die Angaben Deutschlands (sechs Prozent), Frankreichs (elf Prozent), Japans (sechs Prozent) und der USA (15 Prozent) deutlich.

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