Mercedes‑Benz ist der weltweit erste Automobilhersteller mit einer international gültigen Zertifizierung für hochautomatisiertes Fahren, der ein solches System als Sonderausstattung für Fahrzeuge der Serienproduktion anbietet.

Mit dem Drive Pilot bringt Mercedes das erste System für hochautomatisiertes Fahren Level 3 auf die deutschen Straßen.

Nachdem Deutschland 2017 als erstes Land seine Straßen per Straßenverkehrsgesetz für Level-3-Systeme geöffnet und eine rechtliche Grundlage zur Nutzung der Systeme geschaffen hatte, trat 2021 die entsprechende technische Zulassungsvorschrift in Kraft. Ende 2021 gelang es Mercedes als erstem Hersteller, die gesetzlichen Anforderungen der internationalen UN-R157 zu erfüllen. Diese umfassen neben Anforderungen an das Fahrzeug auch Pflichten für den Fahrer wie beispielsweise eine permanente Übernahmebereitschaft. Jetzt kündigt der OEM an, dass das System für hochautomatisiertes Fahren (SAE-Level 3) ab dem 17. Mai als Sonderausstattung gegen einen Aufpreis von 5.000 Euro bestellbar sein wird. Der Drive Pilot ermögliche es dem Fahrer unter bestimmten Bedingungen, in Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten bei einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h die Fahraufgabe an das System zu übergeben, so Mercedes.

„Als erster Hersteller geht bei Mercedes-Benz ein Level 3-System mit international gültiger Zertifizierung in Serie. In einem ersten Schritt bieten wir diese weltweit führende Technologie in Deutschland in der S-Klasse und dem EQS an“, erklärt Mercedes-Benz-Vertriebsvorständin Britta Seeger. „Zugleich wollen wir bis Ende des Jahres auch in den USA die Zertifizierung erhalten. Der verantwortungsvolle Umgang mit Zukunftstechnologien wie dem hochautomatisierten Fahren ist der Schlüssel zur Akzeptanz bei Kunden und in der Gesellschaft.“

Redundantes Konzept soll Störungen abfangen

Der Drive Pilot wertet dauerhaft den Streckenverlauf, Streckenereignisse sowie Verkehrszeichen aus und regelt so sowohl die Geschwindigkeit als auch Abstand und Spurhaltung.  Aus Basis der Datensätzen zahlreicher Radar-, LiDAR-, Kamera-, Ultraschall- und Nässesensoren soll ein sicherer Betrieb der Fahrzeuge gewährleistet werden. Eine redundante Architektur sei in der Lage, auch schwerwiegende Störungen beherrschbar zu machen, so der Autobauer. Auch Teile der verwendeten Sensorik wurden funktional redundant konzipiert, um sich gegenseitig abzusichern und zu ergänzen. Im Fall einer Störung bleibe das Fahrzeug so trotz allem manövrierfähig. Kann der Fahrer das Auto beispielsweise auf Grund eines medizinischen Notfalls nicht wieder übernehmen, leitet der Drive Pilot einen Nothalt ein.

Exakte Umgebungsanalyse und KI sorgen für Sicherheit

Eine digitale HD-Karte liefert während der Fahrt ein dreidimensionales Straßen- und Umgebungsbild mit zentimetergenauen Informationen zu Straßengeometrie, Streckeneigenschaften, Verkehrszeichen und besonderen Verkehrsereignissen. Im Rahmen der verwendeten KI-Software setzt Mercedes auf sogenanntes Supervised Learning. Hierbei bestimmen und kontrollieren Entwickler genau, was die Künstliche Intelligenz lernt. In umfangreichen Testabläufen wird dabei geprüft, ob die Software das vorgesehene Verhalten zeigt. Besonders wichtig sei hierbei ein ethischer Anspruch, dass die Erkennung von Personen unabhängig von Größe, Kleidung und anderen Merkmalen diskriminierungsfrei abläuft, so Mercedes-Benz.

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