Quantum Computer

Vom ungebrochen hohen Interesse an Quantentechnologie profitieren vor allem fortgeschrittene Startups. (Bild: Adobe Stock / Bartek Wróblewski)

Vor allem die Bereiche Quantensensorik und -kommunikation verzeichneten im zweiten Halbjahr deutliche Zuwächse. Mit rund drei Milliarden US-Dollar seit 2011 wurden die meisten Finanzmittel jedoch nach wie vor im Bereich des Quantencomputing investiert. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Beratungsunternehmens McKinsey. Neben der Pharma-, Chemie und Finanzindustrie zählt laut der Studie auch die Autobranche zu den voraussichtlich größten Profiteuren der Entwicklung. Insgesamt entstehen bis zum Jahr 2035 Wertschöpfungspotenziale von rund 700 Milliarden US-Dollar.

Die jüngsten Analysen der Berater zeigen eine Verlagerung der Finanzierung in Richtung etablierter Startups: Mittlerweile fließen rund 90 Prozent des externen Kapitals an Unternehmen in den Finanzierungsrunden Serie A, B, C oder D. Der Anteil der Investitionen in Quanten-Startups von privaten Kapitalgebern liegt dabei bei rund 70 Prozent, etwa jeder zweite Dollar stammt von US-amerikanischen Investoren. Bei öffentlichen Geldern bringt sich derzeit die chinesische Regierung in Stellung. Im Rahmen des aktuellen Fünfjahresplans hat das Land mit über 15 Milliarden US-Dollar bisher die meisten öffentlichen Mittel aller Länder angekündigt.

Neugründungen von Quanten-Startups gehen zurück

In der zweiten Jahreshälfte 2021 gründeten sich rund um die Quantentechnologie 15 neue Unternehmen, insgesamt geht der Trend zu Neugründungen jedoch aktuell deutlich zurück. Betrug das Wachstum von 2015 bis 2018 jährlich noch rund 40 Prozent, lag der Wert zwischen 2018 und 2021 nur noch bei 13 Prozent. Mit knapp zwei Dritteln der Quanten-Investitionen sei der Markt für Hardware inzwischen gesättigt, was die Eintrittsbarriere erhöhe. „Trotz der hohen Investitionen ist die Hardware noch zu unausgereift, um eine signifikante Anzahl von Anwendungsfällen zu ermöglichen, was die Möglichkeiten für junge Softwareunternehmen einschränkt", sagt Henning Soller, McKinsey-Partner und Leiter für Quanten-Research. „Die Bevorzugung etablierterer Start-ups durch die Investoren könnte die Aktivitäten weiter eindämmen.“

Unternehmen kämpfen mit Talentmangel

Gleichzeitig fehlen neue Talente bei der Erforschung der Quantentechnologie. So entsprechen laut McKinsey-Analyse die universitären Kapazitäten für die benötigten Talente nur etwa einem Drittel des tatsächlichen Bedarfs. Im direkten Vergleich am besten aufgestellt ist hierbei die EU mit einer Talentkonzentration von 231 Fachkräften auf eine Million Einwohner, in China beträgt der Wert nur 33. Eine Möglichkeit, den Talent Gap zu schließen seien etwa Weiterbildungsprogramme für Absolventen verschiedener naturwissenschaftlicher Studiengänge. „Wenn wir in Deutschland und Europa Technologieführerschaft erlangen wollen, müssen wir eine Kultur geschaffen, die rasche technologische Fortschritte und den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Talentpools begünstigt“, sagt Niko Mohr, McKinsey-Partner und globaler Leiter des Bereichs für Quantentechnologien.

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