Display von Continental

Contis smartes Display wechselt per Knopfdruck in den Privatmodus und beschränkt angezeigte Inhalte auf die Seite des Beifahrers. (Bild: Continental)

Früher definierte sich ein Auto durch Beschleunigung, Sparsamkeit im Verbrauch und möglichst viel Stauraum im Kofferraum. In Zeiten von Elektromobilität, neuen autonomen Fahrfunktionen sowie smarten Assistenzsystemen spielen diese Kriterien kaum noch eine Rolle, umso wichtiger werden Software, Konnektivität und Infotainment an Bord. Informiert und unterhalten werden Fahrer und Mitinsassen mittlerweile von zahlreichen Bildschirmen, die sich zum Teil über das ganze Armaturenbrett spannen oder die Mittelkonsole dominieren.

Ablenkung ist da fast vorprogrammiert. So haben Untersuchungen des IAM Roadsmart, Großbritanniens größter Wohltätigkeitsorganisation für Verkehrssicherheit, gezeigt, dass etwa die Nutzung von Apple CarPlay oder Android Auto die Reaktionszeit mehr verlangsamen als das Fahren unter Cannabis oder leichtem Alkoholeinfluss.

Conti setzt auf dynamischen Privatmodus

Das sind natürlich Hiobsbotschaften für alle OEMs, solange die Vision von völlig autonomen Fahrzeugen noch nicht Realität geworden ist. Der Ablenkungsproblematik hat sich etwa Continental angenommen und ein Display mit dynamischem Privatmodus entwickelt. Für das Jahr 2024 plant der Tier-1 aus Hannover die Einführung eines Swichable Privacy Displays. Das Gerät verspricht, angezeigte Inhalte wie Fahrzeuginformationen oder Funktionen des Infotainmentsystems im privaten Modus auf die Beifahrerseite zu beschränken. Je nach Bedarf und Verkehrssituation lassen sich die jeweiligen Inhalte flexibel per Knopfdruck wieder auf der gesamten Breite des Displays anzeigen.

„Moderne Fahrzeuge werden für Fahrer und Beifahrer immer mehr zu Smartphones auf Rädern. Fahrerablenkung ist dabei nach wie vor eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Mit unserer neuen Displaylösung zielen wir deshalb auf ein digitales Erlebnis mit möglichst geringer Ablenkung ab“, sagt Philipp von Hirschheydt, Leiter des Geschäftsfelds User Experience bei Continental.

Privacy-Funktionen für beispielsweise Laptop-Displays kommen schon länger zum Einsatz, um persönliche Inhalte in der Öffentlichkeit vor der Einsicht durch weitere Personen im unmittelbaren Umfeld zu schützen. Bisher fand diese Funktion jedoch keinen Einsatz im Automobilbereich. Continental gelang es nun laut eigenen Angaben, die entsprechende Technologie an die Anforderungen eines Fahrzeugs anzupassen und dabei das Licht im Privacy-Modus derart gerichtet zu bündeln, dass weniger als ein Prozent der potenziell ablenkenden Lichtabstrahlung beim Fahrer ankommt.

Bosch führt Funktionen zusammen

Ein Baukastenprinzip für die Innenraumbeobachtung bietet etwa Mitbewerber Bosch und kann so jederzeit den Blickwinkel, aber auch den Gesundheitszustand des Fahrers anhand verschiedener Parameter überprüfen. Somit kann direkt eingegriffen werden, wenn der Fahrer vom Straßengeschehen zu sehr abgelenkt ist. Zudem wird auch die Anzahl der Steuergeräte in modernen Fahrzeugen zurückgefahren.

Derzeit steuern und regeln in Serienfahrzeugen mehrere dieser Systeme die verschiedenen Displays und andere elektronische Cockpitfunktionen. Zukünftig werden immer mehr Funktionen in einem einzigen Prozessor zusammengeführt. Der Information-Domain-Computer basiert auf einem System on a Chip. Die Rechenfunktionen der bisher getrennten Domänen Infotainment und Instrumentierung sowie weitere Funktionen werden auf einem Prozessor gebündelt.

Das Zusammenwachsen der bisher getrennten Systeme im Cockpit ermöglicht damit die Synchronisation des Infotainmentsystems, des Kombiinstruments und anderer Anzeigen. So können Informationen im gesamten Fahrzeug orchestriert, verwaltet und an der Stelle angezeigt werden, wo der Fahrer sie gerade benötigt. Ganz ohne den Blick gefährlich schweifen zu lassen.

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