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Strengere CO2-Grenzen erfordern neue Mechanismen im Vertrieb der Autohersteller und -händler, so eine Horváth & Partners-Studie.

| von Werner Beutnagel

Hierfür fehlen in vielen Konzernen jedoch noch die für die Umsetzung nötigen Steuerungssysteme, so eine Analyse des Beratungsunternehmens Horváth & Partners. „Wenn es den deutschen Autoherstellern bis spätestens 2021 nicht gelingt, die neuen Grenzwerte einzuhalten, können milliardenschwere Strafzahlungen die Marge schnell auffressen. Dazu kommt der Imageschaden, der empfindliche Umsatzrückgänge zu Folge haben kann“, sagt Dietmar Voggenreiter, Auto-Experte bei Horváth & Partners.

Ein CO2-Ausstoß von 95 Gramm entspreche einem durchschnittsverbrauch von 4,1 Litern Benzin oder 3,6 Litern Diesel. Dies sei mit Verbrennungsmotoren allein nicht zu schaffen. „Um die Nachfrage zu steuern, muss der Absatz von Batteriefahrzeugen und Plug-in-Hybriden bestmöglich gefördert werden, bis hin zu empfindlichen Preisnachlässen“, so Voggenreiter. „Das Absatzpotenzial für die Umweltautos ist jedoch noch begrenzt, denn bisher kommt ein Elektro- oder Hybridauto für zu viele Käufer noch nicht in Frage. Parallel müssen also hochmotorige Verbrenner im Preis angehoben werden, um die Käufer auf ausstoßärmere Fahrzeugtypen umzulenken.“

Durch die geringeren Margen bei Elektrofahrzeugen sei es durchaus möglich, dass CO2-Grenzwerte den Herstellern das Ergebnis verhageln, sofern nicht mit einer intelligenten Verkehrssteuerung entgegengesteuert wird, so Voggenreiter. „In der Vergangenheit konnte sich der Vertrieb auf reine Absatzzahlen und das daraus errechenbare Gesamtergebnis konzentrieren“, ergänzt Ralf Gaydoul, verantwortlicher Partner für das Automotive-Geschäft bei Horváth & Partners. „Ab 2020 muss nun unter dem Strich auch die CO2-Bilanz stimmen“. Um dies zu erreichen, müsse jeder Hersteller einen optimalen Vertriebsmix ermitteln und daraus konkrete Absatzziele für einzelne Fahrzeugtypen bis in die Autohäuser hinein festsetzen. Darüber hinaus müsse die CO2-Bilanz der abgesetzten Fahrzeuge quasi in Echtzeit beobachtet werden. Zeichnen sich Grenzüberscreitungen ab, müsse mit Vertriebs- und Marketingaktivitäten gegengesteuert werden.

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