Bosch ist weltgrößter Automobilzulieferer

Bosch schiebt sich an Continental vorbei an die Spitze. Bild: Bosch

| von Pascal Nagel

Bosch hat Continental als weltgrößten Zulieferer der Autoindustrie abgelöst: Mit einem Umsatz von 41,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 liegt das Unternehmen laut aktuellen Berechnungen von Berylls Strategy Advisors vor der Konkurrenz aus Hannover (2015: 39,2 Mrd. Euro). Die Unternehmensberatung hat im Rahmen der Studie „Global Top Automotive Suppliers 2015“ bereits zum fünften Mal eine Rangliste der 100 größten Automobilzulieferer erstellt.

Insgesamt steht die Zuliefererindustrie hervorragend da: Gegenüber 2014 stieg der Umsatz um 13,7 Prozent auf 789 Milliarden Euro – der höchste Anstieg seit 2010. Insgesamt bilden die japanischen Zulieferer mit 33 Unternehmen und einem Gesamtumsatz von 232 Milliarden Euro (+ 18,0 Prozent) weiterhin die größte Gruppe der Top 100. Die deutschen Zulieferer holen allerdings auf: Der kumulierte Umsatz stieg um deutliche 18,8 Prozent auf 175 Milliarden Euro und beschert Deutschland im Ländervergleich Platz 2 vor den USA.

Die gute Entwicklung der deutschen Unternehmen ist nicht zuletzt auf abgeschlossene Übernahmen zurückzuführen. So konnte sich ZF Friedrichshafen durch die Akquise von TRW von Platz elf 2014 auf Rang sechs im vergangenen Jahr verbessern (Umsatz 2015: 27,4 Mrd. Euro). Und Branchenprimus Bosch konnte sich die Pole Position nicht zuletzt aufgrund der abgeschlossenen Übernahmen von ZF Lenksysteme und dem Batterie-Startup SEEO sichern. Insgesamt sind 17 deutsche Zulieferer in den Top 100 vertreten.

Ausgehend von den Entwicklungen der vergangenen Jahre fällt auch die Prognose von Berylls für 2016 positiv aus. „Jedes Jahr die gleichen Unkenrufe zu den Zukunftsaussichten und jedes Jahr fällt die Bilanz dennoch weitaus positiver aus, als die Prognosen es hatten erwarten lassen. Und trotz einer Normalisierung des chinesischen Marktes gehen wir auch in diesem Jahr von einer positiven Entwicklung aus – mit Umsatzzuwächsen zwischen 5 und 10 Prozent“, so Tobias Keil von Berylls. „Die Dynamik bei Firmenübernahmen beschleunigt sich weiter. Es scheint, dass es kaum ein Unternehmen unter den Top 100 gibt, das nicht gerade an einer Transaktion arbeitet. Das Konsolidierungskarussell wird sich daher auch in 2016 mit hoher Geschwindigkeit weiterdrehen. Gut möglich, dass im nächsten Jahr die Top 100 dann erstmals mehr Umsatz generieren als die restlichen ca. 3.000 Zulieferer zusammen.“

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