| von Stefan Grundhoff

Erst versuchte es der Peugeot 306, dann der 307 und seit ein paar Jahren der 308 - immer wieder ging es darum, den Golf vom europäischen Thron zu stoßen und trotz unbestrittener Qualitäten gab es am Ende immer nur einen Sieger - und der kam aus Wolfsburg. Der Peugeot 308 fuhr zumeist noch der zweiten und dritten Reihe in Form von Ford Focus, Opel Astra oder Renault Megane hinterher. Der neue Peugeot 308 - mit 4,37 Metern immerhin elf Zentimeter im Vergleich zum Vorgänger gewachsen - ist mit seinen gewachsenen Dimensionen mutig positioniert - mit einem Design, das in der oftmals allzu gesichtslosen Volumenklasse durchaus für Aufsehen sorgen dürfte und dabei ganz bewusst in Kauf nimmt, nicht jedem zu gefallen.

Beim Antrieb sind die Franzosen nicht derart mutig, denn es gibt viel Bekanntes. Immerhin ein Diesel mit überschaubaren 96 kW / 130 PS / 300 Nm bleibt im Angebot, der wahlweise mit einem manuellen Sechsstufengetriebe oder einer achtstufigen Getriebeautomatik unterwegs ist. Der 1,5 Liter große Selbstzünder führt zukünftig wohl ein Schattendasein im Antriebsportfolio, denn geht es um sparsame Verbräuche, setzt Peugeot beim neuen 308 nunmehr in erster Linie auf Plug-in-Hybriden. Der 308 PHEV ist in zwei Leistungsstufen von 180 und 225 PS zu bekommen. Die Basisarbeit verrichtet dabei ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Turbo (150 kW/180 PS/250 Nm Drehmoment) aus dem Konzernregal, der in seinen zwei Leistungsstufen von einem an der Vorderachse verbauten Elektromotor mit jeweils 81 kW/110 PS/320 Nm unterstützt wird. Der im Unterboden versteckte Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 12,4 kWh. Rein elektrisch kann der Golf-Konkurrent damit immerhin Strecken von bis zu 60 Kilometern zurücklegen. Die Normverbräuche liegen unter zwei Litern Super auf 100 Kilometern, wodurch das 52-Liter-Tankvolumen der reinen Verbrenner auf gerade einmal 40 Liter reduziert wurde.

Überraschend klein präsentiert sich dabei das Angebot an normalen Benzinerversionen, denn hier wird der kommende Peugeot 308 allein in zwei vergleichsweise schwachen Leistungsstufen von 110 und 130 PS angeboten. Für die stärkere Version des 1,2 Liter großen Dreizylinder-Turbos ist immerhin eine Achtstufenautomatik zu bekommen. Wer mehr Sportlichkeit oder gar einen Allradantrieb will, muss sich gedulden. Wie beim großen Bruder Peugeot 508 ist eine besonders leistungsstarke PSE-Variante mit mehr als 300 PS im Gespräch, die dann auch zumindest eine elektrische Hinterachse haben dürfte.

Ähnlich expressiv wie das Außendesign ist das Innere des rund 1,3 Tonnen schweren Fronttrieblers, von dem eine Elektroversion ebenfalls nur eine Frage der Zeit bleiben dürfte. Geblieben ist das gute Platzangebot (+ 5,5 Zentimeter Radstand) und ein stattlicher Laderaum von 412 bis 1.323 Litern. Im Innern gibt es bequeme Sitze, zwei große Becherhalter, USB-Ports und eine Weiterentwicklung des bekannten Cockpits mit kleinem Lenkrad und darüber positionierten Instrumenten. Die Bedienung der einzelnen Fahrzeugfunktionen erfolgt über Lenkradtasten, Sprache oder einen zehn Zoll großen Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel. Für mehr Komfort und Sicherheit als beim Vorgänger sorgen doppelschichtiges Glas an den vorderen Seitenscheiben, eine beheizte Frontscheibe, sowie LED-Scheinwerfer und verschiedene Fahrerassistenzsysteme. Abwarten, ob es diesmal reicht, den VW Golf der Generation acht vom Thron in Europa zu stoßen. Dessen härtester Konkurrent scheint mit dem elektrischen Doppelpack aus ID.3 und ID.4 mittlerweile aus den eigenen Reihen zu kommen.

Image-Film zum Start des neuen Peugeot 308

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