Machine Learning Symbolbild

Während die Mehrheit der Unternehmenslenker Machine Learning bereits als Chance sehen, hegen die IT-Abteilungen in der Regel Vorbehalte.

| von Jonas Rosenberger

60 Prozent der C-Level-Manager betrachten Machine Learning (ML) als Mittel, neue Geschäftsmodelle zu erarbeiten. Gleichzeitig teilen jedoch nur nur 36 Prozent der IT-Fachleute und Fachbereichsspezialisten diese Einschätzung. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Machine Learning 2020“ von IDG Research Services in Partnerschaft mit Lufthansa Industry Solutions.

Die Vorbehalte der Fachexperten seien vor allem darin begründet, dass es Sorgen um die Auswirkungen der Technologie auf den Erhalt von Arbeitsplätzen gebe. So würden von IT-Abteilungen häufig Punkte wie fehlendes Know-how, mangelnde Datenqualität oder unzureichende Kenntnisse in Sachen Programmieren und Statistik angeführt, um den Einsatz von KI oder ML zu bremsen.

Insgesamt jedoch werde ML zum Standard. Im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl der Firmen, die sich mit dem Thema beschäftigen, demnach um 20 Prozent auf fast 73 Prozent. Vor allem in größeren Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern (40 Prozent) und dem gehobenen Mittelstand mit 500 bis 999 Mitarbeitern (30 Prozent) sind den Angaben nach sogar mehrere ML-Technologien im Einsatz.

Mit ML wollen rund 56 Prozent der Unternehmen vor allem interne Abläufe verbessern. Für jeweils mehr als 44 Prozent ist die Technologie jedoch die Basis, auf der neue Geschäftsmodelle und Angebote entstehen. Bei den Anwendungen dominieren die Bereiche Spracherkennung (51 Prozent) und Bildanalyse (46 Prozent). Auch die Fähigkeiten der Technologie, Textanalysen und -übersetzungen durchzuführen sind stark gefragt. In Planung seien vor allem Anwendungen wie Hyper Targeting (40 Prozent) sowie die Untersuchung von Verhaltensmustern (jeweils 36 Prozent), so die Studie.

Bei den Gründen für die Auswahl einer Machine Learning-Lösung zeigt sich derzeit eine Verschiebung. Bei der schon im Vorjahr 2019 durchgeführten Studie war der Preis das wichtigste Auswahlkriterium. Inzwischen habe eine einfache Bedienung und eine nachvollziehbare Arbeitsweise der Algorithmen für viele Unternehmen Vorrang bei ihrer Wahl. Die größten Probleme beim Einsatz von Machine Learning sind der Mangel an Fachwissen (39 Prozent) sowie die Herausforderungen, die mit der Umsetzung von Datenschutzvorgaben verbunden sind (35 Prozent).