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Zusammen mit AWS arbeitet VW an einem immens großen Cloud-Öko-System, das auch der Konkurrenz zur Verfügung gestellt werden soll. Bild: Harald Weiss

| von Harald Weiss
AWS-CEO Andy Jassy stellte in seiner dreistündigen Keynote fast 40 Neuheiten und Erweiterungen vor

Cloud-Computing ist in der Automobilbranche inzwischen fest verankert. So setzt BMW für seine neuen Connected-Car-Anwendungen auf AWS. Bei Volkswagen ist die Situation ähnlich. Hier ist man im Bereich Connected Car eine strategische Partnerschaft mit Microsoft eingegangen und baut ein gemeinsames Entwicklungsteam in Seattle auf. Im März meldete der Konzern außerdem, dass man eine Kooperation mit AWS beschlossen hat, bei der es um den Aufbau einer Industrial Cloud geht.

Und genau darüber berichtete VW-CIO Martin Hofmann als Gastredner in der Keynote von Amazon-CTO Werner Vogels. „Wir werden eines der größten Cloud-Öko-Systeme der Welt schaffen und wir laden alle Autohersteller ein, hieran mitzuarbeiten“, lautet seine Prognose und Aufforderung an die Konkurrenz. In der Tat sind die Ziele von VW beachtlich. So will man alle 120 Fertigungsbetriebe, 15.000 Zulieferer, Logistiker und Partner über die AWS-Plattform von der Maschinenebene bis hinauf zum eigenen App-Store integrieren. Damit sollen am Ende die Produktivität um 30 Prozent ansteigen, die Fabrikkosten um 30 Prozent sinken und eine Milliarde Dollar eingespart werden.

Zu diesem neuen Industrial-Cloud-System gehört der gesamte OT-Teil, mit seinen Pressen, Robotern und Montageeinheiten. Aber auch die gesamte Transportlogistik, die täglich 200 Millionen Teile für die VW-Fertigung transportiert. Die Maschinen und Systeme in der Fertigung werden über die neue AWS-On-Premises-Lösung „Outposts“ angebunden, die ab sofort verfügbar ist. Dabei handelt es sich um eine kleine AWS-Cloud im Rechenzentrum des Kunden. Diese wird komplett von AWS installiert und betreut. Das bedeutet, dass alle AWS-Dienste auch On-Premise genutzt werden können und die Anwendungen problemlos zwischen On-Premises und Cloud hin-und-her verschoben werden können. Outposts wurde zwar bereits im vorigen Jahr angekündigt, doch laut Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS in Deutschland, wollte man das Konzept erst ausgiebig überprüfen, bevor man es auf breiter Front im Markt bereitstellt.

Ein wichtiger Teil der neuen Plattform ist die Installation von vielen zusätzlichen Sensoren und einer anschließenden, weiterführenden Auswertung mit Realtime-Analytics, künstlicher Intelligenz und Machine-Learning-Algorithmen. „Die digitale Transformation in der Fertigung geht weit über die Automatisierung hinaus, sie bedeutet vor allem eine vollständige Integration aller verfügbaren Datenpunkte in der Produktion“, sagte Hofmann über seine Transformations-Strategie.

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