Ein Unternehmenschef mit Anzug sitzt vor seinem Laptop am Schreibtisch.

In Zeiten der Krise ist das Management gefordert. Alle Geschäftsbereiche müssen nun digitalisiert werden.

| von Hilmar Dunker

Die Automobilindustrie steckt in einem schwierigen Transformationsprozess, der durch das Coronavirus einerseits brutal zum Stillstand gebracht wurde, andererseits vermutlich eine enorme Beschleunigung erfahren wird. Erst vor fünf Jahren haben die meisten Autobauer das Thema Digitalisierung so richtig umfassend für sich entdeckt und angefangen, ihre Unternehmensprozesse systematisch auf die neue Welt auszurichten.

Man spricht viel über Agilität und neue Denkweisen, aber sie gehören noch lange nicht zum Mindset. In vielen Unternehmen müssen dafür erst einmal alte Strukturen aufgebrochen werden – und das dauert. Mitten in diesen Wandel platzt die Pandemie und verlangsamt die eigentlich überfällige Transformation. Derzeit legt das Management seine ganze Kraft in die Geschäftssicherung und Liquiditätserhaltung.

Change Management ist gefragt

Doch jetzt gilt es auch, den Reifegrad neuer Geschäftsmodelle voranzutreiben und Weichen in der Wertschöpfung zu stellen – Change Management ist gefragt. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Horváth & Partners haben entsprechende Aktivitäten zuletzt aber abgenommen.

Bei einer Befragung im Jahr 2014 berichteten noch 60 Prozent der Mitarbeiter von existenten Change-Management-Maßnahmen im Rahmen von Transformationsprojekten, aktuell sind es nur noch 47 Prozent. In den letzten acht Wochen wurde die Notwendigkeit zum digitalen Wandel in den Unternehmen offen sichtbar und muss nun auch mit Nachdruck angegangen werden. Selbst unter Schmerzen.