Eine Tastatur liegt auf einem Tisch neben Handy und Kugelschreiber.

Zwischenzeitlich arbeiteten aufgrund der Pandemie rund 38.000 Mitarbeiter der BMW Group im Homeoffice.

| von Andrea Hoffmann-Topp

Die Digitalisierung aller Unternehmensbereiche treibt die BMW Group schon lange konsequent voran. Dazu gehört unter anderem, dass bereits vor dem Ausbruch der Pandemie selbst entwickelte Lösungen für standortunabhängige Kollaboration implementiert wurden. Konkret: Virtual-Reality-Tools im Vertrieb, in der Fahrzeugentwicklung oder in der Werksplanung. Kommunikationstools wie Skype und Teams haben sich ebenfalls schon bewährt. Auch in anderen Bereichen, wie der Berufsausbildung setzt die BMW Group auf Vorhandenem auf und stattet Azubis frühzeitig mit mobiler IT aus, um dadurch das Lernen innerhalb kürzester Zeit – zumindest zeitweise – in den digitalen Raum zu verlegen.

Höherer Umfang mobiler Arbeit

Ein international tätiges Produktionsunternehmen wie BMW muss auch während eines Lockdowns operativ in über 60 Märkten handlungsfähig bleiben: Global arbeiten knapp 55.000 User parallel remote in bis zu 7.000 parallel verlaufenden Skype-Meetings. Dafür gilt es laufend Anpassungen und Erweiterungen der IT-Infrastruktur vorzunehmen – schrittweise bis zu einer Bandbreite von in Summe von 30Gbit/Sekunde. Vor der Pandemie waren zirka 36.000 Mitarbeiter der BMW Group mobil im Einsatz, während der Pandemie sind es etwa 38.000, die allerdings arbeiten in einem höheren Umfang.

Seit März 2020 setzt der Münchner Hersteller Videointerviews, die sich bereits für die Zielgruppe der Praktikanten bewährt hatten, im Recruitingprozess für Festanstellungen ein. Nach den positiven Erfahrungen auf allen Seiten ist jetzt auch das Assessmentcenter für studentische Förderprogramme und das Führungsnachwuchsprogramm in ein Online-Assessment-Center überführt worden. Diese neu etablierten Formate werden unabhängig von der Corona-Pandemie fortgeführt.

Virtuelle Lernplattformen

Transformation passiert nicht über Nacht. Sie gilt es, rechtzeitig zu antizipieren. Bei BMW versucht man mittels strategischer Personalplanung und Kerneigenleistungsstrategien Abbau-, aber auch Aufbaupotentiale rechtzeitig zu erkennen und zu steuern. Passgenaue Qualifizierung im Strukturwandel muss Beidhändigkeit abbilden: Qualifizierung für herkömmliche Technologien und Prozesse sowie Qualifizierung in neuen Kompetenzfeldern, wie beispielsweise der Elektromobilität, innovative Antriebe und Leichtbau, Softwareentwicklung, Data Analytics und smarte Produkte.

Wichtiger denn je ist das lebenslange Lernen, da Rollen und Modelle der Zusammenarbeit sich durch die Digitalisierung der Arbeitswelten immer schneller verändern. Damit einher gehen immer kürzere Halbwertszeiten von Wissen und Kompetenzen; sie müssen kontinuierlich und flexibel weiterentwickelt werden, damit lebenslanges Lernen Perspektiven für die Zukunft schafft. Die BMW Group hat ein Bildungsportfolio, das diesen Kompetenzaufbau und -umbau aller Mitarbeiter sichern soll: unter anderem „On demand“-Lernen mit E-Learnings und externe virtuelle Lernplattformen, sowie die Lernflächen „Digital Discovery Space“ für interaktive und emotionale Lernerfahrungen in einer fiktiven Umgebung. Allein zum Thema Big Data/Data Analytics wurden seit Anfang letzten Jahres über 15.000 Mitarbeiter qualifiziert, zirka 8.500 Personen davon im Data Transformation Space.

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