KI-Validierung

NTT Data eröffnet KI-Testumgebung im Rechenzentrum München

NTT Data hat in München eine AI Factory eröffnet, in der Unternehmen KI-Anwendungen unter produktionsnahen Bedingungen erproben können. Gemeinsam mit Dell Technologies und Nvidia stellt der IT-Dienstleister dafür Infrastruktur und Software bereit.

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Innenansicht eines modernen Rechenzentrums mit weißen Serverschränken, abgetrennten Serverbereichen sowie Kabeltrassen und Stromschienen an der Decke.
Im Munich 2 Data Center stellt NTT Data die technische Infrastruktur für seine neue AI Factory bereit. Unternehmen können dort die Leistungsfähigkeit ihrer KI-Anwendungen unter produktionsnahen Bedingungen überprüfen.

NTT Data hat die AI Factory Munich offiziell eröffnet. In der neuen Einrichtung können Unternehmen ihre KI-Anwendungen unter realitätsnahen Bedingungen testen und deren Eignung für den produktiven Einsatz überprüfen. Dafür nutzt der IT-Dienstleister eine bestehende Rechenzentrumsumgebung und arbeitet mit den Technologieanbietern Dell Technologies und NVIDIA zusammen. Die AI Factory Munich befindet sich im Munich 2 Data Center von NTT Global Data Centers. Anders als in klassischen Demonstrationsumgebungen sollen Unternehmen dort eigene KI-Anwendungen auf einer produktionsnahen Infrastruktur erproben können. Ziel ist es, technische und betriebliche Anforderungen bereits vor einer umfassenden Implementierung zu überprüfen.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich dabei unter anderem die Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit von KI-Systemen untersuchen. Auch Sicherheitsanforderungen, die Verarbeitung und Speicherung von Daten sowie die Einhaltung interner Governance-Vorgaben spielen eine Rolle. Auf dieser Grundlage sollen Unternehmen fundiertere Entscheidungen über den späteren Einsatz ihrer Anwendungen treffen können.

Mit dem Angebot reagiert NTT Data auf Schwierigkeiten beim Übergang von KI-Pilotprojekten in den regulären Unternehmensbetrieb. Während sich einzelne Anwendungsfälle in begrenzten Testumgebungen häufig umsetzen lassen, entstehen bei der Integration in bestehende IT-Landschaften zusätzliche Anforderungen. Dazu gehören insbesondere die Verwaltung der Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus und die Sicherstellung eines skalierbaren Betriebs.

Dell und Nvidia liefern technische Komponenten

Für den Betrieb der AI Factory setzt der Dienstleister auf Technologien von Dell und Nvidia. Der Infrastrukturhersteller Dell stellt eine auf KI-Anwendungen ausgelegte Plattform mit Server- und Speichersystemen bereit. Nvidia steuert unter anderem Blackwell-GPUs für rechenintensive Aufgaben bei. Für die Netzwerkkommunikation kommt Spectrum-X Ethernet zum Einsatz. Ergänzt wird die Infrastruktur durch Nvidia AI Enterprise, eine Softwareplattform für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Anwendungen. NTT Data verbindet diese Komponenten mit eigenen Integrations- und Betriebsdienstleistungen. Das Unternehmen will damit unterschiedliche Phasen der KI-Implementierung abdecken, von der technischen Bewertung einzelner Anwendungen bis zur Vorbereitung eines dauerhaften Betriebs.

Ein weiterer Schwerpunkt der Münchner Einrichtung liegt auf der Kontrolle über KI-Systeme und Unternehmensdaten. Anwender sollen überprüfen können, ob sich ihre Lösungen innerhalb definierter technischer und organisatorischer Rahmenbedingungen betreiben lassen. Dazu zählt insbesondere die Frage, wo Daten verarbeitet und gespeichert werden und welche Kontrollmöglichkeiten bestehen.

„Jede Führungskraft, mit der ich spreche, möchte eine KI, die sie selbst besitzt, kontrolliert und der sie vertraut. In der AI Factory Munich von NTT Data  können Unternehmen ihre eigenen Anwendungen und Daten in einem produktiven Rechenzentrum betreiben – zu ihren Bedingungen und bevor sie sich für einen Einsatz entscheiden. Das ist der Unterschied zwischen einer Präsentationsslide und einer fundierten Entscheidung“, erklärt Graham Clarke, Managing Director Global Private & Sovereign AI bei NTT Data.

Use Cases aus Fertigung, Finance und Gesundheitsbranche

Im Rahmen der Eröffnung stellte der Technologiedienstleister konkrete KI-Anwendungsfälle aus der Fertigungsindustrie, dem Finanzsektor und dem Gesundheitswesen vor. Die Demonstrationen behandelten unter anderem die Orchestrierung von KI-Systemen sowie Fragen der Datensouveränität und Datenresidenz.

An der Veranstaltung nahm auch Bayerns Digitalminister Fabian Mehring teil. Er verwies auf die Bedeutung einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur für die technologische Entwicklung des Standorts Bayern.

Die AI Factory Munich ist Teil des globalen Netzwerks von NTT DATA. Sie steht Unternehmen und Einrichtungen der öffentlichen Hand nach vorheriger Terminvereinbarung zur Verfügung. Interessierte Organisationen können gemeinsam mit Fachleuten des IT-Dienstleisters eigene Anwendungsfälle prüfen und die Voraussetzungen für einen späteren Produktivbetrieb bewerten.