Die technologiebasierte Leistungsmessung von Maschinen in Echtzeit kann die Produktivität einer Fabrik um bis zu 2o Prozent steigern – davon ist Franz Gruber als Geschäftsführer des Shop-Floor-Management-Spezialisten FORCAM natürlich überzeugt.

Tatsächlich bestätigten Manager renommierter Unternehmen jetzt auf einem Fertigungsinformationstag im Ingolstädter Audi Forum Grubers Angaben mit Erfahrungen aus der Praxis.

Um zehn Prozent habe sich die Effektivität in der Radträgerfertigung schon in der Pilotphase verbessert, berichten die Audi-Manager Bernhard Bartke und Stefan. In den Audi-Presswerken Neckarsulm und Ingolstadt stieg die Produktion binnen Jahresfrist um 20 Prozent, der Autozulieferer Mann+Hummel meldet um 15 Prozent höhere Produktivität, Geschäfsführer Robert Stöhr von MSR, ein Hersteller von metallischen Präzisionsteilen und Bauteilen, eine Steigerung der Betriebsnutzungszeiten um 25 Prozent.

Beim Shop Floor Management werden Daten kontinuerlich und automatisiert erfasst – Betriebsdaten, Maschinendaten, Prozessdaten, Produktionsdaten, Qualitätsdaten und Arbeitszeitdaten. Ein MES-System erfasst, analysiert und steuert die Daten, die Anbindung an ein ERP-System sorgt dafür, dass alle vom Facharbeiter bis zum Finanzbuchhalter mit den gesammelten Daten arbeiten und so kontinuierlich Verbesserungen – etwa eine Reduzierung von Störzeiten oder das Erkennen von Verschwendung – erreichen können.

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess selbst ist nicht zwangsläufig mit IT gekoppelt. Die ständige Verbesserung als Aufgabe der einzelnen Mitarbeiter oder Teams und damit eine Steigerung der Arbeiter-Selbstverantwortung machte zuerst Toyota in Japan als Kaizen zum wesentlichen – und überaus erfolgreichen – Bestandteil der Firmenphilosophie.

Doch die Entwicklung geht weiter.  ,,Die Leistung der Maschinen wird noch zu viel händisch erfasst. Das ist das Prinzip Toyota- aber dieses Prinzip war gestern“, meint Franz Gruber. ,,Es bringt große Ineffizienzen mit sich. Die Zukunft gehört der Fabrik 2.0″.

Modernes Shop Floor Management ist zwar keine Spezialität der Autoindustrie, doch gerade im diesem Bereich besonders in Deutschland  rasch auf dem Vormarsch.

So werden mit der entsprechenden Software von FORCAM allein bei Daimler 14 000 Maschinen erfasst, Audi setzt sie neben den Presswerken auch in der Komponentenfertigung seiner neuen Fabrik im ungarischen Györ ein. BMW will sie für seine Presswerke ebenfalls nutzen, Verhandlungen mit Volkswagen laufen, Schaeffler hat sich dafür entschieden, Mann+Hummel will sie künftig sogar in China einsetzen.

Da könnte Gruber mit einer kühnen Prognose bestätigt werden: ,,Die Fabrik 2.0 made in Germany hat das Zeug dazu, ein weiterer Exportschlager zu werden.“