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Thyssenkrupp will künftig ein ganzes Netzwerk von 3D-Druck-Kompetenzzentren einrichten. Bild: Thyssenkrupp

| von Pascal Nagel

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat an seinem Standort in Mühlheim an der Ruhr das Techcenter Additive Manufacturing eröffnet. Dort sollen im Kundenauftrag Produkte und Bauteile aus Metall oder Kunststoff im 3D-Druckverfahren produziert werden. Besonders die Schlüsselmärkte Automobil, Maschinen- und Anlagenbau, Luftfahrt sowie Marine sollen von dieser Technologie profitieren. 

In einer Produktionshalle auf dem Gelände der Lenkungsfertigung von Thyssenkrupp arbeitet ein kleines, agiles Team zunächst mit jeweils einem Drucker für Metalle und Kunststoffe. Beide Geräte verarbeiten pulverförmige Grundwerkstoffe nach dem Selective Laser Melting- beziehungsweise Sintering-Verfahren und bauen dabei schichtweise Bauteile auf. Als Bauplan ist nur eine CAD-Datei nötig, das Produkt kann dann direkt aus den digitalen Daten, ohne Medienbrüche, fertiggestellt werden. 

„Erstmals ist es möglich, dass wir uns ganz auf die Konstruktion als solche fokussieren ohne die Grenzen der herkömmlichen Fertigungsverfahren berücksichtigen zu müssen – das schafft ganz neues Innovationspotenzial“, erklärt Reinhold Achatz, Technologiechef von Thyssenkrupp. Bereits seit Anfang 2015 beschäftigt sich eine interdisziplinäre Projektgruppe bei Thyssenkrupp mit dem Thema Additive Manufacturing. Anwendungsfelder wurden identifiziert, mehrere Produkte, die via 3D-Druck realisiert werden sollen, befinden sich nach eigenen Angaben derzeit in der Patentierungsphase.

Im neuen TechCenter wird das Projekt nun fortgesetzt. In den kommenden drei Jahren verantwortet die zentrale Entwicklungsabteilung des Konzerns das Techcenter, bevor es dann unter dem Dach der Business Area Materials Services weitergeht. „Wir wissen genau, welche Werkstoffe für welches Produkt optimal sind, und haben die Erfahrung im Bereich Logistik- und Projektmanagement, um das Techcenter schnell voranzubringen. Durch unseren breiten Kundenstamm haben wir zudem genau im Blick, für wen die 3D-Druck-Technologie Vorteile bietet“, sagt Hans-Josef Hoß, Vorstandsmitglied von Thyssenkrupp Materials Services.

Wie Thyssenkrupp außerdem mitteilt, ist für die Zukunft ein ganzes Netzwerk von Kompetenzzentren im Bereich Additive Manufacturing geplant. Das nun eingerichtete Techcenter dient gewissermaßen als Blaupause und Vorbild für weitere Standorte.