Acht Jahre lang prägte Frank Loydl die IT-Transformation bei Audi. Nun geht der CIO in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird ein wohlbestelltes IT-Feld vorfinden.
Loydl begann seine berufliche Karriere beim amerikanischen IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS). Dort sammelte er in verschiedenen Funktionen Erfahrungen in der Fertigungsindustrie, insbesondere im Automobil-Sektor bei General Motors. 2004 wechselte er zur britischen IT-Beratung Logica CMG und war dort in der Geschäftsführung für IT-Dienstleistungen für deutsche Fertigungsunternehmen zuständig. Nach einer Station bei EMC Corporation, einem US-amerikanischen Hersteller von Hard- und Software, leitete Loydl ab 2009 bei T-Systems das Delivery Management für den Kunden Volkswagen AG. Diese Aufgabe übernahm Loydl 2013 schließlich direkt für den Wolfsburger Automobilkonzern. Zugleich leitete er zwei Jahre lang die IT-Steuerung des Unternehmens.
Loydl hinterlässt moderne IT-Organisation
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Als Frank Loydl Anfang 2018 nach Ingolstadt wechselte, stellte er die Audi-IT mit der Transformationsstrategie „Next:IT“ grundlegend neu auf. Im Zentrum standen eine höhere Kerneigenleistung, mehr Transparenz über Projekte und Ressourcen sowie eine stärkere Unabhängigkeit von externen Dienstleistern. Die historisch gewachsene Organisation wurde von fachbereichsorientierten Strukturen auf Technologie- und Produktverantwortungen umgestellt. Systeme, Services und Projekte wurden als Produkte mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten organisiert. Zudem etablierte Loydl ein bereichsübergreifendes IT-Portfolio und den IT-Steuerkreis, um Investitionen und Prioritäten gemeinsam mit den Fachbereichen zu steuern.
Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Amtszeit zählen der Aufbau des Software Development Centers in Ingolstadt, die Einführung agiler Arbeitsweisen und PI-Plannings sowie die stärkere Verzahnung von IT und Fachbereichen. Darüber hinaus trieb Loydl die Standardisierung der IT-Landschaft, den Umgang mit Legacy-Systemen und den Ausbau der Data-Governance voran.
In den vergangenen beiden Jahren richtete Loydl den Fokus zunehmend auf die nächste Evolutionsstufe der Audi-IT. Mit einem neuen Target Operating Model (TOM) leitete er den Übergang von einer applikationszentrierten zu einer wertstromorientierten Steuerungslogik ein. Statt einzelne Systeme in den Mittelpunkt zu stellen, sollen künftig Wertströme, Datenprodukte und End-to-End-Prozesse als zentrale Ordnungsprinzipien dienen.
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Eine Schlüsselrolle spielte dabei die Vorbereitung der Organisation auf den breiten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Unter Loydls Führung begann Audi, Datenprodukte mit klaren Verantwortlichkeiten, Qualitätssicherung und semantischen Standards aufzubauen. Daten sollten nicht länger in organisatorischen Silos verbleiben, sondern als unternehmensweite Assets nutzbar werden. Damit schuf die Audi-IT die Grundlagen für den Einsatz von Agentic AI und datengetriebenen Geschäftsprozessen.
Wer Loydl auf dem Posten des CIOs folgt, ist bislang nicht bekannt. Wie automotiveIT aus Unternehmenskreisen erfuhr, ist die Suche nach einem Nachfolger in vollem Gange, ein Name könnte noch vor Jahresende bekannt gegeben werden. Wer auch immer den IT-Staffelstab von Loydl übernimmt, findet in jedem Fall eine gut auf die neuen Anforderungen des digitalen Zeitalters vorbereitete IT-Organisation vor.
Sonderheft Konzern-IT Audi
Details zu Loydls IT-Strategie finden sich auch im neuen automotiveIT-Sonderheft „Konzern-IT Audi“. Für die Ausgabe haben wir zentrale Themen und Projekte der Audi-IT unter die Lupe genommen – vom Enterprise-IT-Target-Operating-Model und der strategischen Kompetenzentwicklung über Künstliche Intelligenz und Produktions-IT bis zum Software-Defined Vehicle.