Nissan ServCity in London

Im Projekt ServCity erprobt Nissan das autonome Fahren im städtischen Umfeld. (Bild: Nissan)

Nach der monatelangen Entwicklung, Simulation und Erprobung auf privaten Teststrecken geht das Forschungsprojekte ServCity in die nächste Stufe. Das auf dem Nissan Leaf basierende ServCity Connected and Autonomous Vehicle (CAV) wird ab Oktober 2022 im Stadtverkehr der britischen Hauptstadt getestet. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt soll durch eine Kombination aus Testsimulationen, Nutzerberichten und realen Tests das Potenzial autonomer Fahrzeuge aufgezeigt werden. Man konzentriere sich unter anderem darauf, die Technologie so intuitiv und inklusiv wie möglich zu gestalten, heißt es seitens der Projektverantwortlichen.

Gefördert wird ServCity vom 100 Millionen Pfund schweren Regierungsfonds für Intelligente Mobilität, der vom Centre for Connected and Autonomous Vehicles (CCAV) verwaltet und von der britischen Innovationsagentur Innovate UK gesteuert wird. Neben Nissan beteiligen sich auch TRL (Touchstone Research Laboratory), die Innovationsagentur Connected Places Catapult, der Tech-Konzern Hitachi, die Universität Nottingham sowie das Beratungsunternehmen SBD Automotive am Projekt. Hitachi bringt unter anderem Technologien zur Verhaltensvorhersage von Fußgängern, Radfahrern oder Autos sowie Lokalisierungslösungen in das Projekt ein, während die Universität Nottingham die Erfüllung von Kundenbedürfnissen sicherstellen möchte.

Lehren aus dem Vorgängerprojekt Human Drive

Nissan hat bereits Erfahrung mit entsprechenden Projekten in Großbritannien: Bereits Ende 2019 legte ein autonomes Fahrzeug des japanischen Herstellers hier eine 370 Kilometer lange Strecke zurück. Am entsprechenden Projekt Human Drive waren neben Nissan auch Hitachi und Experten der Universität Leeds beteiligt. Als Grundlage für die Systeme des Fahrzeugs waren dabei Daten aus realen Fahrten zum Einsatz gekommen und als Vorbild für die Reaktionen des Roboterautos genutzt worden. „Wir wollten keine irgendwie eckig-holprige Roboterfahrt, wie das so viele autonome Assistenten auf diesem Level bisher anbieten”, sagt Foroogh Hajiseyedjavadi von der Universität Leeds. „An einem strahlenden Sommertag mit wenig Verkehr überholt ein Mensch zum Beispiel anders als in Dunklen bei Schneeregen. So etwas sollte auch ein autonomes Fahrzeug tun - selbst wenn das für die Sensoren kaum einen Unterschied macht”, sagt Hajiseyedjavadi.

Autonomes Fahren soll in Serie gehen

Ende des vergangenen Jahres kündigte die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi ihre Strategie bis zum Jahr 2030 an. Diese umfasst unter anderem binnen fünf Jahren Investitionen von 23 Milliarden Euro in den Bereich der Elektrifizierung sowie ambitionierte Ziele hinsichtlich der Vernetzung von Fahrzeugen. Bis 2025 will die Allianz ihr erstes vollständig softwaredefiniertes Fahrzeug auf den Markt bringen. Bis 2026 will man mehr als zehn Millionen Fahrzeuge in 45 Modellen der Allianz mit autonomen Fahrsystemen ausstatten. Neben einer Zusammenarbeit mit der Google-Schwester Waymo soll dies durch gemeinsame Plattformen und Elektronik erreicht werden. Unter der Führung von Renault entwickelt die Allianz dazu eine gemeinsame zentralisierte elektrische und elektronische Architektur, die Elektronikhardware und Softwareanwendungen zusammenführen soll.

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