| von Werner Beutnagel

Unter allen europäischen Ländern weist Deutschland das vierthöchste Maß an Innovationsfähigkeit auf, so das Ergebnis des „VDI iit Innnovationsmonitors“ (VIM), den der Verein Deutscher Ingenieure und das Institut für Innovation und Technik zu Auftakt der Hannover Messe vorgestellt haben. Der dem Ranking zugrunde liegende Indikator der Innovationsfähigkeit bilde erstmals nicht nur die aktuelle Innovationsleistung der einzelnen Nationen ab, sondern könne zudem als Faktor gelten, der eine Prognose bezüglich zukünftiger Entwicklungen erlaube, so die Studienautoren.

Hinsichtlich der eigenen Innovationsfähigkeit wird Deutschland, das auf einer 100-stufigen Skala einen Indexwert von 71 Punkten erreicht, von Finnland, Schweden (je 83 Punkte), sowie Dänemark (72) übertroffen, rangiert jedoch vor Österreich (70), Großbritannien (64), Slowenien (63) und Frankreich (63). Schlusslichter im europaweiten Vergleich sind Lettland (31), Griechenland (30), sowie Bulgarien (29). Einen hohen Anteil an Innovatoren weisen dabei die Branchen EDV & TK, Chemie & Pharma, Maschinenbau, Elektroindustrie und Fahrzeugbau auf.

Deutschland weise, so das Ergebnis des VIM, Stärken im Bereich des Humankapitals auf und verfüge über eine starke Ausgangsposition im Bereich der höchstqualifizierten Arbeitskräfte. Ebenfalls könne Deutschland im Bereich des Komplexitätskapitals eine Spitzenposition vorweisen: „Wie kein anderer europäischer Staat ist Deutschland in der Lage, komplexe Produkte herzustellen, zu vermarkten und zu exportieren“, so VDI-Direktor Ralph Appel. Luft nach oben bestehe in der Bundesrepublik jedoch hinsichtlich des lebenslangen Lernens in Form von Weiterbildungen, sowie im Bereich des Beziehungskapitals, der die Abstimmung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (etwa Wissenschaft und WIrtschaft) umfasst. Trotz einiger ungenutzter Verbesserungspotentiale habe Deutschland allerdings beste Chancen, die eigene Position als einer der führenden Innovationsstandorte auch weiterhin zu behaupten.