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Mitarbeiter in Deutschland beklagen häufig fehlende Freiräume für innovative Projekte und Ideen, so eine Studie im Auftrag von Continental.

| von Werner Beutnagel

Vor allem mangele es vielen Unternehmen an einem innovationsfreundlichen Arbeitsumfeld. Nur 30 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland beobachten in ihrem Umfeld konkrete Maßnahmen zur Förderung von Innovationen. Deutlich besser ist die Lage in den USA (45 Prozent) und China (54 Prozent). Auch das Interesse an neuen Technologien wie Collaboration Tools, Business-Apps oder KI ist in Deutschland deutlich schwächer ausgeprägt als in China. Während hierzulande 32 Prozent der Mitarbeiter Interesse an entsprechenden Lösungen äußern, beträgt der Wert unter chinesischen Arbeitnehmern 63 Prozent. In den USA (30 Prozent) und Japan (28 Prozent) ist das Interesse ähnlich gering.

„Um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern, müssen Unternehmen eine Kultur schaffen, bei der Mitarbeiter nicht nur bereit sind, sich auf Wandel einzulassen, sondern ihn aktiv vorantreiben wollen“, so Continental-Personalvorstand Ariane Reinhart. Die Befragungsergebnisse zur Innovationskultur in deutschen Unternehmen bewertet Reinhart kritisch: „Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Ohne eine starke Innovationskultur drohen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. Die digitale Transformation erhöht den Handlungsdruck zusätzlich.“

Trotz des geringen Interesses an neuen Technologien haben deutsche Arbeitnehmer klar erkannt (38 Prozent), dass jeder Mitarbeiter für Innovationen mitverantwortlich ist und diese gemeinsam vorangetrieben werden sollten. In den USA sehen dies sogar 41 Prozent der Angestellten so, in Japan und China hingegen nur 17 beziehungsweise 25 Prozent. Zwei von fünf chinesischen und ein Drittel der japanischen Arbeitnehmer sehen Führungskräfte und Unternehmensleitung in der Verantwortung, in Deutschland und den USA tun dies 32 beziehungsweise 18 Prozent.

Obwohl die Relevanz von Innovationen im Unternehmen erkannt wird, fehlen vielerorts finanzielle und technische Ressourcen zur Umsetzung von Ideen und Projekten. Nur 30 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Unternehmen ein innovationsförderndes Arbeitsklima geschaffen hat. In Japan sind es sogar nur 21 Prozent. Im Gegensatz dazu geben mehr als 50 Prozent der Chinesen und 45 Prozent der US-Amerikaner an, dass ihr Unternehmen ein innovationsfreundliches Klima schafft.

Insbesondere bei konkreten Maßnahmen zur Förderung neuer Ideen im Unternehmen sind chinesische Arbeitgeber deutschen Employern voraus. Nur 14 Prozent der hiesigen Arbeitnehmer geben an, die nötigen Ressourcen zu erhalten, um neue Projekte umzusetzen (China: 45 Prozent), Freiräume, um abseits vom Tagesgeschäft innovative Ideen zu verfolgen haben nur 17 Prozent (China: 28 Prozent).