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Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 zieht der VW-Vorstand ein erstes Fazit.

| von Claas Berlin

Zu Beginn machte der VW-Vorstand deutlich, dass auch im kommenden Jahr viele Herausforderungen auf den größten Autobauer der Welt warten. „Unsere Industrie ist im Umbruch. Wir wissen heute nicht genau, was in Zukunft passiert. Wir müssen unser Transformationstempo deutlich erhöhen“, so Ralf Brandstätter, COO der Marke Volkswagen.

Hohe Bedeutung misst Volkswagen der Elektromobilität und der Digitalisierung bei. Ab 2025 möchte der Konzern jährlich eine Million Stromer absetzen. Dafür investiert der Hersteller in den kommenden vier Jahren neun Milliarden Euro in die Elektromobilität. Weitere zwei Milliarden fließen in die Ladeinfrastruktur und digitale Ökosysteme. „Wir wollen bei der Elektromobilität einen Branchenstandard setzen“, betont Arno Antlitz, VW-Vorstandsmitglied für Controlling und Rechnungswesen.

Die finanziellen Mittel für die Zukunftsinvestitionen sollen aus dem Kerngeschäft generiert werden. Doch rückläufige Verkaufszahlen besonders auf dem Heimatmarkt Deutschland und dem Wachstumsmarkt China setzen den Autobauer unter Druck. Durch verzögerte WLTP-Verfahren hat man in der Bundesrepublik in den Monaten September und Oktober einen deutlichen Verkaufseinbruch verkraften müssen.

China stehe zurzeit stark unter dem Eindruck des Handelskonflikts mit den USA, heißt es seitens des Herstellers. Dies führe zu einer deutlichen Zurückhaltung der chinesischen Kunden. Allein im November wurden in China acht Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als im November 2017. Insgesamt liege man jedoch im Reich der Mitte mit 2,8 Millionen verkauften Pkw stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

In Summe hat Volkswagen 2018 weltweit bisher 5,7 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Es wird nun vom Dezember abhängen wie wir das Geschäftsjahr abschließen. Uns fehlen noch 530.000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis aus 2017 einzustellen. Das könnten wir schaffen“, zeigt sich VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann überzeugt.

Bis zum Jahr 2022 strebt VW eine operative Rendite von sechs Prozent an. Durch Effizienzsteigerungen von 30 Prozent und die Reduzierung der Komplexität im Modellportfolio sollen weitere finanzielle Mittel für die Zukunftsinvestitionen freigemacht werden. „Aber uns ist klar: Ohne den oft zitierten, vor allem aber dringend nötigen Kulturwandel hin zu einem offenen, weniger hierarchischen, agilen Volkswagen werden wir das nicht schaffen“, verdeutlicht Arno Antlitz.