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| von Claas Berlin

Ob in Sharing Modellen, Flotten- oder Mietlösungen oder im ÖPNV, der Kunde rückt in den Mittelpunkt. Zum einen wird Connectivity vom Feature zur Basis jeder neuen Mobilitätslösung und ermöglicht die Interaktion zwischen Service-Anbietern, Nutzern und Transportmitteln. Währenddessen hat die Sharing-Welle die Mobilitätslandschaft vollständig erfasst. Fahrzeuge müssen meist aufwendig mit Telematik-Einheiten nachgerüstet werden, um beispielsweise Schlüssel zu virtualisieren oder Abrechnungsdaten zu erfassen. Denn virtuelle Schlüssel verhelfen neuen Mobilitätskonzepten zu mehr Effizienz und Nutzerorientierung. Zusätzlich ermöglichen Ride Sharing und Ride Hailing eine bessere Auslastung der im Individualverkehr eingesetzten Fahrzeuge. In diesen neuen Formen des Taxigeschäfts dürfen wir die ersten autonomen Fahrzeuge erwarten. Die sichere Nutzerauthentifizierung wird hier mangels Fahrer zur Technologieaufgabe, aber das gilt bereits für alle vorgenannten Mobility Services – in der Interaktion zwischen Backend, Nutzer und Infrastruktur setzt Technologie den Grundstein für Datenintegrität und den Schutz des Geschäftsmodells.

Offene, sichere Technologieplattformen sind essenziell

Die Automobilbranche hat grosse Chancen, wenn Hersteller Ihre Fahrzeuge so gestalten, dass sie ab Werk als eine Mobilitätsplattform für unterschiedliche Mobility Services dienen. Um die Mobilitätslandschaft facettenreicher und nutzerfreundlicher zu gestalten, sind offene, sichere Technologieplattformen notwendig. Auch Hersteller wollen neue Mobility Services am Markt platzieren, denn hier liegt ihr grosser Vorteil: Hersteller-Applikationen sind die ersten auf einem Fahrzeug. In der Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitätsangebote entsteht ein nutzerorientiertes Angebot – durch sichere Schnittstellen und die Bereitschaft zur Kooperation. Zum Beispiel hat heute jede App ihren eigenen Zweck, bloss der Nutzer bleibt derselbe. Zukünftig soll das Smartphone als Fahrzeugschlüssel, Bahn-Ticket und Taxi-Gutschein dienen, in einer einzigen App mit einem Nutzerprofil. Aber so wie Applikationen auf Nutzerseite kryptografisch voneinander getrennt sein müssen, gilt dies umso mehr auf Seiten der Infrastruktur: Während der OEM neben Zugang, Fahrerlaubnis auch Fahrerprofile mit Sitzeinstellung und Beleuchtungskonzept anbietet, nutzt der Flottenanbieter auf gleicher Technologie den virtuellen Schlüssel, Geo-Daten und Tankfüllstand.

Der Schutz seines Geschäftsmodells sollte jedem Mobility Service-Anbieter ein Anliegen sein

Um aus Mobility Services skalierbares, profitables Geschäft zu entwickeln stehen für die Technologie wieder klassische Themen wie Stabilität, Update-Fähigkeit, Datenintegrität und Schutz des BusinessModels auf dem Plan. Die meisten der Mobility Service-Anbieter haben hier noch relativ wenig Aufwand investiert. Neben skalierbarer Sicherheit dürfen Flexibilität und Einfachheit für Nutzer und Betreiber nicht fehlen. Bereits heute werden Nutzer vollständig per App in Mobility Services eingebunden. Zukünftig werden mit einer Fahrzeuginfrastruktur mehrere Ökosysteme bedient: Ein Fahrzeug kann Teil einer Peer-2-Peer-Sharing Flotte sein und gleichzeitig den Kofferraum-Lieferdienst eines Logistikers nutzen, und die Fahrzeuge sollten bei Eigentümerwechseln zwischen Ökosystemen verschoben werden können. Und nicht zuletzt spielen auch die Themen Offline-Fähigkeit und Stromverbrauch eine zentrale Rolle, da Schlüssel auch im Keller oder bei schlechter Netzabdeckung funktionieren sollen, und weil das Energiemanagement von Autos, Rollern und Velos mit wachsenden Einsatzmöglichkeiten eine Herausforderung bleibt.