BMW_iNext_Produktion

Erste Prototypen des vollelektrischen BMW iNext durchlaufen die Produktion im Pilotwerk. Bild: BMW

| von Claas Berlin

Der vollelektrische BMW iNext wird in zwei Jahren in Dingolfing vom gleichen Montageband laufen wie die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Plug-in Hybride. Im Pilotwerk werden dafür die Prozessschritte für die Serienproduktion definiert und ausgereift. Darüber hinaus sichern die Experten alle Funktionen des Fahrzeugs ab. Hierzu zählen unter anderem die elektrischen Fahrfunktionen sowie die Sensorik für die Fahrerassistenzsysteme und das automatisierte Fahren.

„Ein vollelektrisches Fahrzeug für die Serienproduktion vorzubereiten, ist eine spannende und zugleich herausfordernde Aufgabe. Bis zum offiziellen Produktionsstart werden wir bis zu 100 Prototypen des BMW iNext bauen“, sagt Udo Hänle, Leiter Produktionsintegration und Pilotwerk bei BMW.

Ein Schwerpunkt liegt im Pilotwerk auf digitalen Fertigungsverfahren. Mit virtuellen Modellen von Mitarbeitern können die Fahrzeugexperten Montageprozesse bereits früh definieren. Damit sind sie vor dem Bau der ersten Prototypen in der Lage, die Zugänglichkeit im Fahrzeug und Erreichbarkeit aller zu montierenden Teile zu beurteilen und den Arbeitsplatz für den Mitarbeiter ergonomisch zu gestalten.

Darüber hinaus nutzen die Experten am Standort eine Software, die das Verhalten flexibler Bauteile wie beispielsweise von Bremsschläuchen im Fahrzeug simuliert. Die Digitalisierung ermöglicht es, Erkenntnisse zur Dimension und dem späteren Verhalten der Teile im Fahrzeug und schneller zu generieren. Damit ersetzt die Software den Einsatz aufwendiger und kostspieliger Testaufbauten.

Auf einem neuen Innovationsprüfstand wird zudem die Radarsensorik für die Fahrerassistenzsysteme und das automatisierte Fahren geprüft und kalibriert. Damit werde laut Herstellerangaben sichergestellt, dass die neuen Sensorsysteme in der Serienproduktion reibungsfrei im Fahrzeug verbaut werden können.

Das Pilotwerk befindet sich im FIZ in München und verfügt über drei zusätzliche Außenstandorte. Auf einer Fläche von insgesamt 100.000 Quadratmetern arbeiten 850 Mitarbeiter an bis zu sechs Fahrzeugprojekten gleichzeitig.