Smart Factory steckt noch in den Kinderschuhen

Viele europäische Unternehmen planen Investitionen im Bereich Smart Factory. Bild: Kuka

| von Fabian Pertschy

Die Umsetzung von Smart-Factory-Konzepten scheitert meist am Kostenfaktor, wie eine europaweite Umfrage der Teknowlogy Group unter IT- und OT-Verantwortlichen ergeben hat. 58 Prozent der Befragten stufen die Höhe der notwendigen Investitionen demnach als große Herausforderung ein. Rund die Hälfte äußert Probleme, die Neuerungen in das bisherige Geschäftsmodell einzubetten und sieht deshalb keine Notwendigkeit, entsprechende Konzepte zu realisieren. Weitere Hinderungsgründe sind der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern (47 Prozent), die komplexe Datenanalyse (43 Prozent) und die Integration der IT in die OT (40 Prozent). Sicherheitsrisiken (29 Prozent) und geringe Standards (22 Prozent) werden im Vergleich als weniger problematisch angesehen.

Aus den Antworten der Verantwortlichen wird ersichtlich, dass  sich 37 Prozent noch in der Planungsphase ihres Smart-Factory-Rollouts befinden, wobei oftmals nur die Idee einer solchen Umsetzung diskutiert wird. 36 Prozent sind schon einen Schritt weiter und befinden sich mit Pilotprojekten in einer frühen Umsetzungsphase. In jedem fünften Unternehmen haben Smart Factories bereits Einfluss auf den Geschäftsbetrieb. Einen fortgeschrittenen Status der Umsetzung haben acht Prozent der Unternehmen erreicht. Gemessen an der Komplexität des Themas sei dies laut den Autoren der Studie eine verhältnismäßig hohe Anzahl.

Als größte Vorteile einer Umsetzung sehen die Befragten die Verbesserung der Produktqualität und die Steigerung der Kundenzufriedenheit an. 44 Prozent erhoffen sich einen Profit innerhalb der nächsten drei Jahre, während die restlichen 65 Prozent den ROI zwar erkennen, in der Umsetzung jedoch noch nicht weit genug fortgeschritten sind. Die Unternehmen lassen dem Thema aus diesem Grund strategische Priorität zukommen (66 Prozent) und wollen ihr Investment in den nächsten drei Jahren erhöhen (63 Prozent).