Software- und Entwicklungs-Knowhow gebündelt
Porsche gibt Startschuss für neue Technologie-Tochter
Porsche Engineering und Porsche Digital werden zu Porsche Technologies. Ab dem zweiten Quartal 2027 soll die neue Einheit die Fahrzeugentwicklung, Software und KI bündeln. Rund 2.700 Beschäftigte arbeiten dafür an Standorten in neun Ländern weltweit.
Entwicklung und Digitales sollen bei Porsche Technologies künftig stärker gemeinsam gedacht werden.
Porsche
Porsche führt die Kompetenzen von Porsche Engineering und Porsche Digital unter einer gemeinsamen Marke zusammen. Ab dem zweiten Quartal 2027 sollen beide Einheiten als Porsche Technologies auftreten. Damit will der Sportwagenhersteller die klassische Fahrzeugentwicklung enger mit Software, künstlicher Intelligenz und digitalen Dienstleistungen verzahnen. Das Angebot richtet sich neben Porsche selbst auch an externe Kunden aus der Automobilindustrie und anderen Branchen.
Die neue Organisation soll Entwicklungsleistungen über den gesamten Produktlebenszyklus abdecken – von der Konzeption über die Entwicklung und Validierung von Hard- und Software bis zum Betrieb digitaler und physischer Produkte. Porsche reagiert damit auf die wachsende Bedeutung softwarebasierter Fahrzeugfunktionen und die zunehmende Komplexität vernetzter Entwicklungsprozesse.
Porsche Technologies verbindet Engineering und Software
Porsche Engineering bringt insbesondere Kompetenzen in der Fahrzeug-, Architektur- und Systementwicklung sowie in der Softwareentwicklung ein. Porsche Digital ergänzt diese um Erfahrungen mit digitalen Produkten, Services und Kundenschnittstellen. Durch die Zusammenführung sollen bislang getrennte Entwicklungsdisziplinen stärker miteinander verbunden werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Datenanalyse und künstlicher Intelligenz. KI-Technologien sollen sowohl in der Produktentwicklung als auch in Engineering-Prozessen und den eingesetzten Werkzeugketten eine größere Rolle spielen. Darüber hinaus umfasst das künftige Portfolio die Entwicklung KI-gestützter Produkte und Dienstleistungen.
„Mit Porsche Technologies möchten wir das Beste aus zwei Welten kombinieren, schärfen und gezielt vorantreiben“, erklärt Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG. Die neue Organisation soll nach seinen Angaben sowohl für die strategischen Entwicklungsaktivitäten des Sportwagenherstellers als auch für das Geschäft mit externen Automobil- und Industriekunden eine zentrale Rolle spielen.
Porsche Technologies wird dabei nicht ausschließlich für den eigenen Konzern tätig sein. Das Leistungsangebot richtet sich auch an Unternehmen aus der Nutzfahrzeugindustrie, der Raumfahrt, der maritimen Industrie, der Verteidigungsbranche und der Medizintechnik. Insbesondere bestehende Industriekunden von Porsche Engineering sollen künftig auch auf die digitalen Kompetenzen von Porsche Digital zugreifen können.
Neue Führungsstruktur und rund 2.700 Beschäftigte
Der operative Start von Porsche Technologies ist für Anfang des zweiten Quartals 2027 geplant. Die Leitung übernimmt Markus-Christian Eberl, bislang CEO von Porsche Engineering. Er wird auch die neue Organisation als CEO führen. Stefan Zerweck, derzeit CEO von Porsche Digital, wechselt als Chief Technology Officer in die Geschäftsführung. Dirk Philipp, bislang CFO und COO von Porsche Engineering, behält diese Funktionen auch bei Porsche Technologies.
Insgesamt umfasst das künftige Entwicklungsnetzwerk rund 2.700 Beschäftigte an Standorten in neun Ländern: Deutschland, Spanien, Italien, Tschechien, Kroatien, Rumänien, Israel, den USA und China. Die internationale Aufstellung soll es ermöglichen, Entwicklungsleistungen sowohl standortübergreifend als auch für spezifische regionale Anforderungen anzubieten.
In China setzen die beiden Unternehmen die bereits begonnene Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsstandort unter der neuen Marke fort. Porsche verfolgt damit einen Ansatz, bei dem internationale Entwicklungskapazitäten mit regional ausgerichteten Aktivitäten kombiniert werden.
Der Aufbau von Porsche Technologies fällt in eine Phase, in der Porsche sein Portfolio an IT- und Entwicklungsdienstleistungen neu ordnet. Erst kürzlich gab der Sportwagenhersteller den vollständigen Verkauf seiner Management- und IT-Beratung MHP an den indischen IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) bekannt. Der Unternehmenswert liegt laut einer Pflichtmitteilung von Tata bei 320 Millionen Euro.