Frau im Serverraum

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland wünscht sich mehr ITK-Expertinnen. (Bild: Adobe Stock / Framestock)

In den USA beträgt der Anteil weiblicher IT-Fachkräfte immerhin 26 Prozent, in Europa nur rund 19 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Digitalverbandes Eco. In zahlreichen EU-Ländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Großbritannien liegt der Anteil weiblicher Informatik-Absolventinnen sogar unter 15 Prozent. Ein entsprechender Trend beginnt bereits frühzeitig: Im Alter von 15 Jahren erwägen zehnmal weniger Mädchen als Jungen, einen technischen Beruf zu ergreifen.

„Die innovationsstarke und krisenfeste IT-Wirtschaft erlebt schon jetzt einen eklatanten Fachkräftemangel mit gravierenden Auswirkungen. Dieser Mangel an Beschäftigten mit fortgeschrittener Digitalkompetenz trägt als wesentlicher Faktor zur Verlangsamung der digitalen Transformation in EU-Mitgliedstaaten bei“, erläutert Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des Eco.

Die ITK braucht eine neue Kultur

Ursachen für den Gender Gap in der Internetwirtschaft seien auch in Versäumnissen der digitalen Bildung, tradierten Rollenbildern wie in der fehlenden Berufsfeldvermittlung zu suchen, so Süme. Es brauche ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, damit mehr Frauen den Weg in die Tech-Branche finden. Um die sozialisationsbedingten Ursachen des Gender Gaps im IT-Sektor zu adressieren, braucht es laut dem Eco vor allem sichtbare weibliche Vorbilder, die Verankerung von Vielfalt als Leitbild in der Unternehmenskultur sowie spezielle Networking- und Mentoring-Formate.

Dass auch Unternehmen ein stärkeres Engagement in der Ausbildung weiblicher Fachkräfte begrüßen würden, zeigt derweil eine Studie des ITK-Verbandes Bitkom. Demnach wünschen sich 77 Prozent der deutschen Firmen, dass Mädchen bereits in der Schule stärker für MINT-Berufe begeistert würden.

In Deutschland fehle es an Expertinnen und Experten, um die Digitalisierung zu treiben und geschlechtergerecht zu gestalten. 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte seien unbesetzt, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Dabei bietet die Digitalbranche eine große Vielfalt spannender und zukunftssicherer Aufgaben. Sie gilt es in Berufsorientierungsangeboten im schulischen und außerschulischen Bereich zu vermitteln – und zwar klischeefrei.“

Auf dem Weg zu entsprechenden Zielen bestehen jedoch deutliche Roadblocks. So beklagen etwa 57 Prozent der Unternehmen, dass das deutsche Bildungssystem nicht darauf ausgelegt sei, IT-Kompetenzen bei Frauen zu fördern. Rund vier von fünf Betrieben fordern daher ein Pflichtfach Informatik an deutschen Schulen. Rund zwei Drittel wünschen sich zudem steuerliche Anreize, wenn sie selbst IT-Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen anbieten.

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