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Der Handel mit IT-Produkten wird weltweit künftig einfacher. Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

| von Yannick Tiedemann

Über 200 Hightech-Produkte können künftig weltweit zollfrei gehandelt werden. Nach mehrjährigen Verhandlungen einigten sich 54 Staaten – darunter alle EU-Mitglieder, die USA, China, Japan, Korea und Taiwan – auf eine Erweiterung des sogenannten „Information Technology Agreement“ innerhalb der Welthandelsorganisation WTO. Demnach entfallen in Zukunft Zölle auf Geräte wie SSD-Festplatten, Tintenpatronen für Drucker, Videokameras, GPS-Geräte, Lautsprecher oder auch bestimmte neuartige Halbleiter völlig.

Einen Meilenstein nennt WTO Generaldirektor Roberto Azevêdo das in Genf unterzeichnete Übereinkommen. „Der jährliche Handel mit diesen 201 Produkten liegt bei einem Wert über 1,3 Billionen US-Dollar und macht dabei etwa 7 Prozent des weltweiten Handels insgesamt aus“, so Azevêdo weiter. Den Bedingungen der Übereinkunft zufolge werde der Großteil der Zölle innerhalb der kommenden drei Jahre eliminiert, bereits 2016 sollen erste Reduzierungen anstehen. Auf eine möglichst schnelle Umsetzung des beschlossenen Zollabbaus pocht derweil Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: „Das Abkommen wird entwertet, wenn die Zölle erst in mehreren Jahren auf null sinken. Aufgrund der kurzen Innovationszyklen sei es zudem notwendig, in kurzen, regelmäßigen Abständen, die aktuelle Produktliste zu überprüfen und bei Bedarf zu erweitern.“

Bislang umfasst das 1996 geschlossene ITA-Abkommen rund 180 Hightech-Produkte, die in 81 WTO-Mitgliedsstaaten zollfrei importiert werden können. Im Jahr 2012 erkannten die Mitglieder erstmals, dass durch die rasante technologische Entwicklung viele Kategorien an IT-Geräten durch das existente Abkommen nicht mehr abgedeckt werden und fortan neu verhandelt werden musste.

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