Das Innere des Quantencomputers von IBM

IBMs Quantencomputer in Baden-Württemberg soll Industrie und Forschung zur Verfügung stehen. Auch Autobauer wie BMW sind interessiert an der Technologie. Bild: IBM

Für den neuen Stiftungslehrstuhl an der Münchner Hochschule investiert BMW 5,1 Millionen Euro in Professur, Ausstattung und Mitarbeiter. Die Unterstützung soll über eine Laufzeit von sechs Jahren erfolgen. Der Lehrstuhl werde anwendungsorientiert an konkreten Fragestellungen im Bereich Quantencomputing forschen und einen steten Wissenstransfer zwischen der TU München und dem bayrischen Autokonzern etablieren, heißt es aus München.

„Für die BMW Group steht fest, dass Quantencomputing eine wegweisende Zukunftstechnologie ist und erhebliches Potenzial für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen hat – zum Beispiel in der Materialforschung, wie der Batteriezellchemie, oder für die Zukunft des automatisierten Fahrens mit Quantum Machine Learning“, erklärt BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber. „Die Technologiereife befindet sich aber noch am Anfang. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, Spitzenforschung sowie ihren Transfer in die industrielle Anwendung bestmöglich zu unterstützen.“

Warum Quantencomputer für die Industrie so wichtig sind

Mit der Einrichtung des Lehrstuhls will BMW jedoch nicht nur die Quantencomputing-Technologie forcieren, sondern zudem München als Hochtechnologiestandort stärker positionieren. Die bayrische Landeshauptstadt soll zum „Munich Quantum Valley“ aufgebaut werden, dessen unterschiedliche Initiativen die Landesregierung mit 300 Millionen Euro fördert.

Mit der neuerlichen Investition in das Thema Quantum Computing betritt BMW jedoch kein völliges Neuland: Schon 2017 hat der Autobauer ein interdisziplinäres Projektteam aufgesetzt, um Anwendungspotenziale zu identifizieren. Diese finden sich beispielsweise in der Produktion, Teile-Logistik, der Fahrzeugentwicklung oder der Materialforschung, wo Quantencomputer Berechnungen sämtlicher Optimierungsmöglichkeiten in sehr geringer Zeit absolvieren können.

„Um eine wirtschaftliche Umsetzung unserer konkreten Anwendungsfälle zu ermöglichen, muss eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Startup-Landschaft sichergestellt werden. Dabei geht es darum, dass Anforderungen aus Industrieapplikationen an die Entwicklung von Quantencomputing-Demonstratoren weitergegeben werden“, betont auch BMW-CIO Alexander Buresch.

Um das Thema industrieübergreifend zu forcieren, ist BMW zudem der Allianz QUTAC beigetreten. Erklärtes Ziel des Konsortiums, dem unter anderem auch Volkswagen und Bosch angehören, ist die Weiterentwicklung des Quantencomputings für industrielle Anwendungen. Neben Vertretern der Automobilbranche sind auch Unternehmen aus den Industriebereichen Technologie, Chemie und Pharma sowie Versicherung bei QUTAC involviert.

IBM bringt Quantum System One in Deutschland an den Start

Währenddessen hat auch IBM die nächste Stufe beim Thema Quantum Computing gezündet. Zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft präsentierte der IT-Konzern an seinem Deutschlandsitz in Ehningen bei Stuttgart den Quantencomputer IBM Quantum System One. Der leistungsstarke Rechner soll Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten für eigene Projekte und Forschungsvorhaben zur Verfügung stehen.

IBM gehört neben Google zu den führenden IT-Unternehmen auf dem Gebiet des Quantum Computings. Das US-Unternehmen hatte das Quantum System One im Januar 2019 als ersten auch kommerziell nutzbaren Quantencomputer vorgestellt. Die Anlage besteht aus einer Kühl- und Leitungseinheit (Cryostat), die wie ein goldener Armleuchter (Kandelaber) aussieht. An dessen unterem Ende befindet sich der Quantenchip. Dahinter steht eine schrankgroße Steuereinheit, mit der die Signale zu den Qubits geschickt und auch wieder ausgelesen werden.

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