Eigene KI-Lösungen gewinnen bei Startups an Bedeutung
Fast jedes zweite deutsche Tech-Startup nutzt bereits KI-Agenten. Viele junge Unternehmen entwickeln zudem eigene Anwendungen auf Basis großer Sprachmodelle. Eine Bitkom-Umfrage zeigt, wie tief KI inzwischen in Geschäftsprozesse integriert ist.
KI-Anwendungen und autonome Agenten übernehmen in Startups zunehmend Aufgaben innerhalb digitaler Geschäftsprozesse.
Adobe Stock / DC Studio
automotiveIT Team Awards: Innovative Automotive-Startups gesucht!
Startups zeigen häufig früher als etablierte Strukturen, welche technologischen und operativen Fragen in der Autoindustrie an Bedeutung gewinnen. Genau hier setzt der automotiveIT Team Award in der Kategorie Emerging Innovation an. Gesucht werden Startups, die maximal drei Jahre alt sind und deren Lösungen das Potenzial haben, die Automobilindustrie nachhaltig zu verändern. Bewertet wird nicht allein der Innovationsgrad. Entscheidend ist auch, ob ein Ansatz strategischen Business Impact entfalten, skaliert und in industrielle Anwendungen übertragen werden kann.
Für junge Technologieunternehmen kann die Teilnahme damit mehr sein als eine klassische Award-Bewerbung. Sie bietet die Möglichkeit, den eigenen Ansatz in einen größeren Branchenkontext einzuordnen und dort sichtbar zu machen, wo digitale Projekte und technologische Impulse für die weitere Entwicklung der Autoindustrie diskutiert werden.
Jetzt bewerben und Award sichern!🏆
KI-Agenten sind in vielen deutschen Tech-Startups bereits Bestandteil der internen Geschäftsprozesse. Nach einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom setzen 48 Prozent der teilnehmenden Unternehmen solche Systeme ein. Die Anwendungen können komplexere Aufgaben weitgehend selbstständig bearbeiten. Dazu gehören etwa die Recherche von Informationen, die Entwicklung und Prüfung von Programmcode sowie die Bearbeitung vollständiger Arbeitsabläufe. Anders als bei einfachen Assistenzsystemen müssen Beschäftigte dabei nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt vorgeben.
Unternehmen entwickeln eigene Anwendungen
Neben dem Einsatz fertiger Werkzeuge gewinnt die Entwicklung eigener KI-Lösungen an Bedeutung. Rund 65 Prozent der befragten Gründungsunternehmen erstellen Anwendungen, die auf großen KI-Modellen von Anbietern wie OpenAI, Anthropic oder Google basieren. Solche Lösungen lassen sich mit unternehmenseigenen Daten verbinden und auf konkrete betriebliche Anforderungen ausrichten. Dadurch können die jungen Technologieunternehmen allgemeine Basismodelle für bestimmte Prozesse, Aufgabenbereiche oder interne Informationsbestände nutzbar machen.
Weitere 30 Prozent passen bestehende Modelle durch spezielles Training oder sogenanntes Finetuning an. Bei diesem Verfahren wird ein bereits entwickeltes KI-Modell mit zusätzlichen Daten auf einen bestimmten Anwendungsbereich vorbereitet. Am häufigsten nutzen die Startups weiterhin generative KI-Werkzeuge für Texte, Bilder und Programmcode. Entsprechende Angebote wie ChatGPT, Claude oder GitHub Copilot kommen bei 87 Prozent der befragten Firmen zum Einsatz. Auch KI-Funktionen, die bereits in bestehende Unternehmenssoftware integriert sind, haben sich etabliert. 59 Prozent verwenden solche Funktionen etwa innerhalb von Bürosoftware, Kundenmanagementsystemen oder anderen Geschäftsanwendungen.
Unter den teilnehmenden Technologieunternehmen gab kein Betrieb an, vollständig auf künstliche Intelligenz zu verzichten. Die Ergebnisse deuten damit auf eine breite Nutzung hin. Sie zeigen zugleich, dass sich der Einsatz zunehmend von einzelnen Standardwerkzeugen zu stärker angepassten Lösungen entwickelt.
Bitkom sieht Startups in einer Vorreiterrolle
„KI macht Arbeit effizienter und Unternehmen wettbewerbsfähiger. Startups sind Vorreiter beim KI-Einsatz und können Vorbild für den deutschen Mittelstand sein“, kommentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Wer nicht nur fertige Lösungen einsetzt, sondern Modelle mit eigenem Know-how anreichert, kann sich wertvolle Wettbewerbsvorteile verschaffen.“
Für die Untersuchung befragte Bitkom Research zwischen der 21. und der 27. Kalenderwoche 2026 insgesamt 102 Tech-Startups aus Deutschland. Erfasst wurde der Einsatz von KI in internen Geschäftsprozessen. KI-Funktionen innerhalb der eigenen Produkte waren nicht Gegenstand der Befragung.