330.000 Beschäftigte erhalten Copilot
Volkswagen-Konzern bringt generative KI in die Breite
Volkswagen weitet den Einsatz generativer KI deutlich aus: Mehr als 330.000 Beschäftigte erhalten Zugang zu Microsoft Copilot. Parallel etabliert der Konzern Tausende KI-Agenten und verankert KI zunehmend in zentralen Geschäftsprozessen.
Mitarbeiter bei Volkswagen sollen künftig noch intensiver mit Microsoft Copilot zusammenarbeiten können.
nmann77 / monticellllo - stock.adobe.com (Bild-Collage mit KI generiert)
Mit dem konzernweiten Rollout von Microsoft Copilot baut die Volkswagen Group ihre KI-Strategie weiter aus. Mehr als 330.000 Beschäftigte weltweit erhalten Zugriff auf die KI-Plattform von Microsoft. Ziel ist es, wissensbasierte Arbeit zu beschleunigen, Entscheidungen zu unterstützen und KI stärker in bestehende Geschäftsprozesse zu integrieren. Die Ankündigung markiert einen weiteren Schritt in der groß angelegten KI-Transformation des Wolfsburger Automobilkonzerns.
Bereits zuvor hatte Volkswagen seinen Mitarbeitenden über Copilot Chat einen breiten Zugang zu generativer KI ermöglicht. Nach Unternehmensangaben wurden dabei monatlich mehr als 300.000 aktive Nutzer gezählt. Nun folgt die nächste Ausbaustufe: Mit erweiterten Copilot-Funktionen und KI-Agenten soll künstliche Intelligenz tiefer in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden werden.
KI-Agenten halten Einzug in die Fachbereiche
Volkswagen setzt dabei zunehmend auf spezialisierte KI-Agenten. Sie sollen Mitarbeitende bei wiederkehrenden Aufgaben unterstützen, Informationen zusammenführen oder Prozesse automatisieren. Nach Angaben des Unternehmens waren allein im vergangenen Monat konzernweit mehr als 26.000 Agenten im Einsatz.
Die Anwendungen reichen von Entwicklung und Produktion bis in Beschaffung und Vertrieb. Damit will Volkswagen generative KI nicht ausschließlich als persönliches Produktivitätstool verstehen, sondern als festen Bestandteil operativer Geschäftsprozesse.
„Der Wert von KI entsteht, wenn sie im Arbeitsalltag flächendeckend zur Verfügung steht“, sagt Sophie Vassarotti, Head of Group Data and AI der Volkswagen Group. „Mit Copilot bringen wir unseren Beschäftigten sichere und vertrauenswürdige KI-Unterstützung, die ihnen hilft, effizienter zu arbeiten und fundiertere Entscheidungen zu treffen.“
KI soll „überall“ eingesetzt werden
Der Schritt fügt sich in die langfristige KI-Strategie des Konzerns ein. Volkswagen hatte bereits auf der IAA Mobility im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2030 bis zu einer Milliarde Euro in KI-Anwendungen, Fahrzeugentwicklung und IT-Infrastruktur zu investieren. Ziel sind schnellere Entwicklungszyklen, höhere Effizienz und eine stärkere Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei soll KI sowohl in der Produktentwicklung als auch in Produktion, Cybersicherheit und Wissensmanagement zum Einsatz kommen.
Volkswagen-CIO Hauke Stars hatte die Stoßrichtung zuletzt klar formuliert: „Unser Anspruch: KI überall – in jedem Prozess.“ Der Konzern erwartet durch den breiten KI-Einsatz erhebliche Effizienzgewinne und will Entwicklungsprozesse deutlich beschleunigen. Begleitet wird die technologische Transformation durch Qualifizierungsmaßnahmen. Mit der Initiative „WE & AI“ hat Volkswagen nach eigenen Angaben bereits mehr als 130.000 Beschäftigte im Umgang mit Künstlicher Intelligenz geschult.
Ausbau der Datenplattform geplant
Über den Copilot-Rollout hinaus wollen Microsoft und Volkswagen ihre Zusammenarbeit ausweiten. Im Fokus steht die Weiterentwicklung der konzernweiten Intelligent Data Foundation auf Basis von Microsoft Fabric. Das Datenökosystem soll Beschäftigten ermöglichen, Informationen einfacher zu finden, einzuordnen und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen.
Für Microsoft gilt das Projekt als eines der bislang größten Beispiele für die unternehmensweite Einführung von KI-Anwendungen in Europa. „Volkswagen zeigt, wie Unternehmen KI von einem persönlichen Produktivitätswerkzeug zur Grundlage für zukünftige KI-Innovationen weiterentwickeln können“, sagt Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.