Vernetzte Sicherheit

ZF Lifetec entwickelt Sicherheitsgurt mit Infrarot-Signatur

ZF Lifetec macht den Sicherheitsgurt für Innenraumkameras besser erkennbar. Eine neue Technik soll eine präzisere Bewertung der Gurtführung ermöglichen und damit bestehende Rückhaltesysteme ergänzen.

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Aufgerolltes schwarzes Sicherheitsgurtband mit zwei violett leuchtenden Infrarotstreifen vor hellem Hintergrund.
Das Infrarot-Gurtband von ZF Lifetec soll Innenraumkameras dabei unterstützen, den Verlauf des Sicherheitsgurts und mögliche Fehlanwendungen zuverlässiger zu erkennen.

ZF Lifetec hat einen Sicherheitsgurt entwickelt, dessen Gurtband über eine integrierte Infrarot-Signatur verfügt. Innenraumkameras sollen dadurch zuverlässiger feststellen können, ob ein Insasse den Gurt korrekt angelegt hat. Der Zulieferer plant den Beginn der Serienproduktion für August 2026. Die unter der Bezeichnung „Infrared Belt" vorgestellte Lösung ist für sämtliche Sitzpositionen vorgesehen. Sie soll Fahrzeughersteller dabei unterstützen, Fehlanwendungen des Sicherheitsgurts zu erkennen und die entsprechenden Informationen in die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs einzubeziehen.

Spezielle Garne erzeugen ein Kamerasignal

Für das neue Gurtband kombiniert der Sicherheitstechnikhersteller verschiedene Garne mit unterschiedlichen spektralen Eigenschaften. Daraus entsteht nach Angaben des Unternehmens ein Signal, das von Infrarotkameras ausgewertet werden kann. Der Sicherheitsgurt soll sich auf diese Weise deutlich von Kleidung, Haut und Sitzoberflächen abheben. Die Erkennung sei weitgehend unabhängig von den Lichtverhältnissen im Innenraum. Kameras könnten dadurch den Verlauf des Gurts entlang des Körpers verfolgen und dessen Position bestimmen.

Die eigentliche Bewertung erfolgt mithilfe von Erkennungsalgorithmen des jeweiligen Fahrzeugherstellers. Sie können anhand der Kameradaten beispielsweise feststellen, ob der Gurt über die Schulter verläuft oder unter dem Arm beziehungsweise hinter dem Rücken geführt wird.

Herkömmliche Gurtschlosssensoren erfassen in erster Linie, ob die Schlosszunge eingesteckt ist. Über den tatsächlichen Verlauf des Gurts liefern sie keine Informationen. Das Infrarot-Gurtband soll diese Lücke schließen. Auch gegenüber gewöhnlichen Farbkameras sieht der Anbieter Vorteile. Spiegelungen, ähnliche Farben oder wechselnde Lichtverhältnisse können die optische Erkennung beeinträchtigen. Das neue Verfahren orientiert sich stattdessen an den Materialeigenschaften des Gurtbands im Infrarotspektrum. Dadurch soll ein stabileres Kamerasignal entstehen.

Insassenüberwachung gewinnt an Bedeutung

Systeme zur Überwachung des Fahrers und der Fahrzeuginsassen spielen bei gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsbewertungen eine wachsende Rolle. Die Europäische Union hat Anforderungen an Müdigkeitswarnsysteme und fortgeschrittene Ablenkungswarnungen in mehreren Stufen eingeführt. Die Vorschriften legen Funktionen und technische Anforderungen fest, schreiben jedoch nicht grundsätzlich eine bestimmte Kameratechnik vor. Auch Euro NCAP richtet seine Bewertung stärker auf die tatsächliche Nutzung von Rückhaltesystemen und auf die Erfassung der Insassen aus. Die Organisation sieht in der Innenraumüberwachung unter anderem eine Grundlage für angepasste Rückhaltefunktionen und eine genauere Bewertung der Sitzbelegung.

Für Fahrzeughersteller entstehen damit zusätzliche Anforderungen an das Zusammenspiel von Kamera, Sensorik, Software und passiven Sicherheitssystemen. Ein optisch eindeutig erkennbares Gurtband könnte die Qualität der Eingangsdaten verbessern. Wie zuverlässig der Ansatz unter realen Bedingungen arbeitet, muss sich nach dem geplanten Serienstart zeigen.Vorstellung auf der Airbag 2026