NHTSA-Genehmigung

Zoox darf kommerzielle Fahrten mit Robotaxis anbieten

Zoox darf in den USA künftig Fahrten mit seinen speziell entwickelten Robotaxis kommerziell anbieten. Die NHTSA erteilte der Amazon-Tochter eine Ausnahmegenehmigung. Damit verschärft sich der Wettbewerb mit Waymo, Tesla und Co.

2 min
Zoox-Robotaxis dürfen in den USA jetzt auch bezahlte Fahrten unternehmen.

Der Robotaxi-Entwickler Zoox hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen eine kommerzielle Ausnahmegenehmigung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA für ein eigens entwickeltes autonomes Fahrzeug erhalten. Damit darf die Amazon-Tochter künftig Fahrten mit ihrem Robotaxi gegen Bezahlung anbieten und kommt einem kommerziellen Rollout in den USA einen entscheidenden Schritt näher.

Die Genehmigung basiert auf einer sogenannten „Part-555-Exemption“ der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Sie ermöglicht den Betrieb von Fahrzeugen, die nicht den klassischen US-Sicherheitsstandards für Autos mit menschlichen Fahrern entsprechen. Zoox entwickelt seit 2014 ein vollständig autonomes Shuttle ohne Lenkrad und Pedale, das ausschließlich für den Robotaxi-Einsatz konzipiert wurde.

Start der Bezahlfahrten in Las Vegas

Wie Zoox mitteilte, sollen bereits im kommenden Monat erste kostenpflichtige Fahrten in Las Vegas angeboten werden. Das Unternehmen betreibt dort seit dem vergangenen Jahr einen kostenlosen Dienst. Nach Angaben von Zoox haben bereits mehr als 500.000 Fahrgäste das Angebot genutzt, weitere 500.000 Personen stehen auf einer Warteliste.

In der Mitteilung heißt es: „Mit dieser Ausnahmegenehmigung kann Zoox nun den nächsten Schritt gehen und Fahrpreise für seinen Robotaxi-Service verlangen.“ Gleichzeitig arbeite das Unternehmen weiterhin eng mit den Behörden in Nevada und Kalifornien zusammen, um die Voraussetzungen für den kommerziellen Betrieb zu erfüllen.

Wichtiger Meilenstein für das Fahrzeugkonzept

Für Zoox hat die Entscheidung auch regulatorische Signalwirkung. Die NHTSA hatte 2025 einen neuen Genehmigungsweg für automatisierte Fahrzeuge ohne klassische Bedienelemente geschaffen. Bereits im August 2025 erhielt Zoox als erstes Robotaxi-Unternehmen eine entsprechende Demonstrationsgenehmigung. Die nun erteilte kommerzielle Freigabe gilt als nächster wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Skalierung des Geschäftsmodells.

„Wir sind nun bundesrechtlich dazu berechtigt, Gebühren für unseren Robotaxi-Service zu erheben“, erklärte das Unternehmen. Zugleich fordert Zoox weitere Anpassungen der US-Fahrzeugvorschriften, die bisher noch stark auf menschliche Fahrer ausgerichtet sind.

Wettbewerb um Robotaxi-Markt nimmt Fahrt auf

Die Genehmigung fällt in eine Phase zunehmender Dynamik im US-Robotaxi-Markt. Marktführer Waymo betreibt bereits kommerzielle autonome Fahrdienste in mehreren Städten und ist über die Uber-App unter anderem in Phoenix, Austin und Atlanta buchbar. Tesla verfolgt parallel den Aufbau eines eigenen Robotaxi-Netzwerks und testet entsprechende Dienste in den USA.

Auch Uber positioniert sich zunehmend als Plattformanbieter für autonome Mobilitätsdienste. Erst kürzlich vereinbarte der Konzern eine mehrjährige Partnerschaft mit Zoox. Die autonomen Shuttles sollen Ende dieses Jahres erstmals über die Uber-App in Las Vegas buchbar sein, Los Angeles soll 2027 folgen. Parallel dazu bleibt die Nutzung über die bestehende Zoox-App möglich.

Darüber hinaus hat Uber in den vergangenen Monaten weitere Kooperationen mit Unternehmen wie Lucid, Nuro, Momenta und der Volkswagen-Tochter Moia geschlossen. Mit dem selbstfahrenden ID. Buzz AD will Uber noch in diesem Jahr in Los Angeles an den Start gehen. Mittelfristig ist der Einsatz von Zehntausenden autonomen Fahrzeugen geplant.

Zoox treibt Kommerzialisierung voran

Für Zoox kommt die Ausnahmegenehmigung zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat zuletzt die Serienfertigung seiner speziell entwickelten Robotaxis vorangetrieben und bereitet die Skalierung seines Angebots vor. Die neue NHTSA-Freigabe schafft nun die regulatorische Grundlage, um aus Test- und Pilotprojekten ein kommerzielles Mobilitätsgeschäft zu entwickeln.

Damit verschärft sich zugleich der Wettbewerb im US-Markt für autonome Fahrdienste. Während Waymo bereits operative Erfahrung im großen Maßstab sammelt und Tesla seine Robotaxi-Ambitionen ausbaut, versucht Zoox mit einem von Grund auf neu entwickelten Fahrzeugkonzept und der Anbindung an die Uber-Plattform Marktanteile zu gewinnen. Die NHTSA-Entscheidung dürfte diesem Vorhaben nun zusätzlichen Rückenwind verleihen.