Die größten IT-Dienstleister der Autoindustrie stehen unter Druck: Die Spitze rückt enger zusammen, KI wird zum dominierenden Zukunftsthema und der Wettbewerb um die vorderen Plätze verschärft sich. Das zeigt das neue automotiveIT-Ranking der Top 25 IT-Dienstleister.
Redaktion Redaktion
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Das automotiveIT-Ranking der Top 25 IT-Dienstleister zeigt einen Markt in Bewegung: Während die Abstände an der Spitze schrumpfen, verändert künstliche Intelligenz die Prioritäten der Branche.
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Die größten IT-Dienstleister der deutschen Automobilindustrie können sich dem schwierigen Marktumfeld nicht entziehen. An der Spitze des automotiveIT-Rankings gibt es zwar keine grundlegende Wachablösung, doch die Abstände werden kleiner. Gleichzeitig zeigt die diesjährige Umfrage: Künstliche Intelligenz wird vom Zukunftsthema zum zentralen Transformationsfaktor – im Fahrzeug ebenso wie in Entwicklung, Produktion und Unternehmens-IT.
An der Reihenfolge der ersten fünf Plätze ändert sich damit nichts. Hinter der stabilen Rangliste steckt allerdings einiges an Bewegung. Accenture bleibt Marktführer, liegt mit 935 Millionen Euro jedoch unter den 984 Millionen Euro des Vorjahres. IBM wächst dagegen von 854 auf 883 Millionen Euro und verkürzt den Abstand auf die Spitze deutlich. Infosys gibt leicht von 810 auf 800 Millionen Euro nach, während Capgemini mit 690 Millionen Euro deutlich unter den 753 Millionen Euro des Vorjahres bleibt. T-Systems steigert sich geringfügig von 680 auf 684 Millionen Euro.
Die fünf umsatzstärksten IT-Dienstleister in Deutschland (Stand 2025)*:
Die fünf größten IT-Dienstleister der Autoindustrie erzielten 2025 zusammen knapp vier Milliarden Euro Umsatz mit IT-Dienstleistungen in Deutschland. Damit liegt der Wert leicht unter dem Vorjahr: Für 2024 kamen die Top 5 noch auf rund 4,1 Milliarden Euro.
Platz 1: Accenture(935 Millionen Euro)
Platz 2: IBM (883 Millionen Euro)
Platz 3: Infosys (800 Millionen Euro)
Platz 4: Capgemini (690 Millionen Euro)
Platz 5: T-Systems (684 Millionen Euro)
*(Verglichen werden die Umsätze, die das jeweilige Unternehmen 2025 mit IT-Dienstleistungen in Deutschland erwirtschaften konnte.)
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KI wird zum alles verbindenden Thema
Noch eindeutiger als bei den Umsätzen fällt das Ergebnis der diesjährigen Trendabfrage aus. 14 der 24 Unternehmen, die ein Trendthema genannt haben, führen künstliche Intelligenz direkt als wichtigstes Thema für die kommenden Jahre an. Weitere Antworten verbinden KI mit Technologiesouveränität, Software-Defined Vehicles, Cloud oder Cybersecurity.
Dabei verschiebt sich die Diskussion zunehmend weg von einzelnen KI-Pilotprojekten hin zur industriellen Skalierung. Accenture spricht bereits vom „AI-Defined Vehicle“: KI erweitere das Fahrzeug nicht nur um einzelne Funktionen, sondern entwickle es auf Basis von Software und Daten kontinuierlich weiter. Gleichzeitig sieht das Unternehmen erhebliches Potenzial für effizientere Prozesse, kürzere Entwicklungszyklen und höhere Qualität innerhalb der Organisation. Auch IBM sieht weniger die Verfügbarkeit der Technologie als deren Skalierung als zentrale Herausforderung. Zwar gebe es in vielen Unternehmen Transformationsmandate auf CEO-Ebene, gleichzeitig fühlten sich nur wenige Technologieverantwortliche bereit, KI tatsächlich in die Breite zu bringen. Capgemini betont ebenfalls den Schritt vom Experiment zum messbaren Business Impact. Entscheidend sei, Mitarbeitende in die Lage zu versetzen, KI konsequent in ihren täglichen Arbeitsprozessen einzusetzen.
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Dass KI längst nicht mehr isoliert betrachtet wird, zeigt auch T-Systems. Dort steht zwar die Cloud im Mittelpunkt der Antwort, begründet wird deren Bedeutung aber vor allem mit den steigenden Anforderungen von KI-Anwendungen in Entwicklung, Produktion und autonomem Fahren. Skalierbare und souveräne Rechenleistung wird damit zur Voraussetzung für die nächste KI-Welle.
Souveränität und Cybersecurity gewinnen an Gewicht
Mit der zunehmenden Abhängigkeit von Software, Daten und KI rücken zugleich Fragen nach Kontrolle und Sicherheit stärker in den Mittelpunkt. Infosys verbindet deshalb künstliche Intelligenz unmittelbar mit technologischer Souveränität. Der Zugang zu KI-Technologie und die Kontrolle über europäische digitale Assets seien entscheidend.
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Auch Cybersecurity wird von mehreren Unternehmen als zentrales Zukunftsthema genannt. Reply verweist auf die zunehmende Vernetzung, Autonomie und Softwareorientierung moderner Fahrzeuge. Jede Schwachstelle bringe Risiken für Sicherheit, Datenschutz und Haftung mit sich.
Bechtle wiederum betrachtet KI und Cybersecurity als untrennbar miteinander verbunden: KI könne nur dann vertrauenswürdig skalieren, wenn eine robuste Sicherheits- und Compliance-Basis vorhanden sei.
Damit erweitert sich die Debatte gegenüber den vergangenen Jahren. Nicht mehr allein die Frage, was sich mit KI technisch umsetzen lässt, steht im Mittelpunkt, sondern zunehmend auch, auf welcher Infrastruktur, mit welchen Daten und unter welchen Sicherheits- und Souveränitätsanforderungen die Technologie betrieben wird.