Liefer- und Entwicklungsvereinbarung
Aumovio und BMW: Milliardenauftrag beendet Streit
Aumovio und die BMW Group haben ihre Partnerschaft bei Brems- und Elektroniksystemen erweitert. Das geplante Auftragsvolumen liegt bei mehr als einer Milliarde Euro. Im Zuge dessen legen beide Seiten einen früheren Rechtsstreit in Millionenhöhe nieder.
Aumovio liefert das integrierte Bremssystem MK C2 bis Mitte der 2030er Jahre weiter an die BMW Group. Zugleich beenden beide Unternehmen ihre laufenden Gerichtsverfahren mit einer Zahlung von 350 Millionen Euro.
Aumovio
Die Vereinbarung von Aumovio und BMW umfasst Serien- und Entwicklungsprojekte für künftige Fahrzeugplattformen. Dazu gehören das integrierte Bremssystem MK C2, Bremssättel und elektronische Steuerungslösungen. Die Lieferungen des MK C2 sollen bis Mitte der 2030er Jahre fortgesetzt und ausgeweitet werden. Das One-Box-System vereint Hauptzylinder, Bremskraftverstärker, Antiblockiersystem und elektronische Stabilitätskontrolle in einem Modul. „Die Vereinbarung mit der BMW Group ist für uns ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Geschäftsbeziehungen“, so Philipp von Hirschheydt, CEO von Aumovio. Sie zeige das Vertrauen in die Bremstechnologie und bilde eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Hintergrund zum Rechtsstreit zwischen BMW und Aumovio/Continental
Im Rahmen der neuen Vereinbarung legen Aumovio und die BMW Group auch ihren Rechtsstreit über ein früher geliefertes integriertes Bremssystem bei. Aumovio zahlt dafür 350 Millionen Euro; zugleich sollen sämtliche damit verbundenen rechtshängigen Verfahren einvernehmlich beendet werden.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits waren Probleme mit MK-C2-Systemen, die zwischen 2022 und 2024 für BMW produziert worden waren. Im September 2024 waren nach damaligen Angaben mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge von technischen Maßnahmen betroffen, davon annähernd 150.000 in Deutschland. BMW bezifferte die zusätzlichen Gewährleistungskosten auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag und senkte seine Jahresprognose. Auslieferungssperren wirkten sich zudem auf Absatz und Produktion aus.
Nach Angaben von Continental konnte die Funktion eines elektronischen Bauteils beeinträchtigt sein. In einzelnen Fällen sollte eine Rückfallebene des Bremssystems eingreifen. Continental ging damals davon aus, dass nur ein Teil der ausgelieferten Systeme tatsächlich ausgetauscht werden müsse, und bildete eine Rückstellung im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Im August 2025 wurde bekannt, dass BMW und Continental Klagen eingereicht hatten. BMW verlangte eine Zahlung, während Continental gerichtlich feststellen lassen wollte, dass die geltend gemachten Ansprüche nicht berechtigt seien. Der Continental-Geschäftsbericht für 2025 bestätigte die Klage im Zusammenhang mit dem MK C2. Die wirtschaftlichen Risiken aus dem früheren Automotive-Geschäft waren im Zuge der Abspaltung auf Aumovio übergegangen. Mit der neuen Vereinbarung sollen sämtliche rechtshängigen Verfahren einvernehmlich beendet werden.