Deutschlands Fuhrparks bleiben trotz Unsicherheiten auf Wachstumskurs. Gebrauchte und E-Autos gewinnen laut einer Studie an Bedeutung – doch fehlende Ladelösungen bremsen die Elektrifizierung. Auch das Vernetzungspotenzial bleibt noch ungenutzt.
Redaktion Redaktion
2 min
Unternehmen in Deutschland wollen ihre Flotten weiter elektrifizieren, doch häufig scheitern solche Vorhaben an unzureichender Ladeinfrastruktur.Adobe Stock / S u n n y B u n n y
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Die deutschen Unternehmen blicken weiterhin optimistisch auf
die Entwicklung ihrer Flotten. Laut dem neuen Fuhrpark- und
Mobilitätsbarometer 2026 des Arval Mobility Observatory rechnen 92 Prozent der Befragten in den
kommenden drei Jahren mit stabilen oder wachsenden Flottenvolumina. 15 Prozent erwarten überhaupt
Wachstum – ein Trend, der bereits seit drei Jahren
anhält.
Full-Service-Leasing bleibt dabei ein wichtiger Baustein der
Fuhrparkfinanzierung. 29 Prozent
der Unternehmen setzen darauf, bei Pkw sogar noch stärker als
bei leichten Nutzfahrzeugen. Insgesamt nutzen 61 Prozent
der Firmen Leasingmodelle für Gebrauchtfahrzeuge.
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Gebrauchtfahrzeuge gewinnen an strategischer Bedeutung
Der Anteil gebrauchter Fahrzeuge im Fuhrpark steigt
deutlich: Bereits 46 Prozent
der Unternehmen haben Gebrauchtwagen integriert, weitere 39 Prozent planen dies in den
kommenden drei Jahren. Parallel verlängern
Arbeitgeber die Nutzungsdauer ihrer Fahrzeuge von bisher 4,9 auf nun
durchschnittlich 5,5 Jahre.
Zudem wollen die Studienautoren gängige Vorbehalte gegenüber
gebrauchten Elektrofahrzeugen abbauen. „Die Angst vor dem Reichweitenverlust bei
gebrauchten E-Autos ist unbegründet. Unsere Daten belegen: Die
Batteriekapazität lag nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent“, erklärt
Kathrina Schmidt, Chefberaterin bei Arval Mobility Conservatory. „Gebrauchte
E-Autos können damit eine Schlüsselrolle spielen, um die Transformation der
Unternehmensflotten schneller und wirtschaftlicher voranzubringen.”
In der Tat setzt eine große Mehrheit der deutschen Unternehmen
(70 Prozent) bereits Elektrofahrzeuge ein – deutlich
mehr als im europäischen Durchschnitt (57 Prozent). Hauptgründe sind CSR-Vorgaben (Corporate Social Responsibility),
geringere Emissionen und sinkende Betriebskosten.
Doch eine zentrale Hürde bleibt bestehen: Sehr viele Firmen
(63 Prozent) nennen fehlende Ladelösungen als größten Bremsfaktor. Vor allem
mangelt es an Ladepunkten bei Mitarbeitenden zuhause (31 Prozent) sowie am Unternehmensstandort (27 Prozent). Auch
Reichweitenbedenken nehmen wieder zu. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft zur Unterstützung: 88
Prozent der Arbeitgeber würden private Heimladestationen finanziell fördern. „Das
ist ein positives Signal für die Elektrifizierung der Flotten“, freut sich Schmidt.
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Vernetzte Fuhrparks: Potenziale noch ungenutzt
Ein Drittel der Unternehmen nutzt bereits Telematiklösungen,
doch nur 17 Prozent werten die daraus gewonnenen Daten aktiv aus. Dabei bieten
Diagnosen, Verbrauchstransparenz oder Ortungsfunktionen deutliche
Effizienzpotenziale. Viele Unternehmen planen jedoch, Telematik in den
kommenden Jahren auszurollen.
Mobilitätsangebote werden zum Standardbenefit
Die große Mehrheit der Firmen (86 Prozent) bieten mindestens
eine Mobilitätslösung an – vom Ridesharing über
Fahrradleasing bis zu Lastenrädern. Treiber
sind einerseits CSR-Anforderungen, andererseits der Wettbewerb um Talente:
Mobilitätsangebote haben sich zu einem wichtigen
Employer-Branding-Instrument entwickelt.
Katharina Schmidt betont: „Moderne Mobilitätspolitik
orientiert sich an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden: Unternehmen können mit
modernen und flexiblen Mobilitätslösungen die Bindung der Mitarbeitenden
stärken und neue Talente gewinnen. Wer dann noch innovative digitale Lösungen
intelligent einsetzt, baut das Fundament für einen effizienten und nachhaltigen
Fuhrpark.“
Mobilität als Spiegel der Arbeitswelt
CMxC 2026
Die neuesten Daten zur beruflichen Mobilität wollen die
Forscher der Uni St. Gallen auch in diesem Jahr auf der CMxC am 12. Mai in München
erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Ebenfalls mit dabei ist Katharina Schmidt, Head of Consulting, Arval
Mobility Conservatory. Das Event im SZ-Hochhaus greift die wichtigsten Trends
für innovative Fuhrpark- und Mobilitäsmanagement auf und bringt alle
Unternehmensbereich zusammen, die eine flexible und nachhaltige Gestaltung der
Mobilität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen vorantreiben.
Die steigende Relevanz flexibler und breiter Mobilitätsangebote
für Arbeitnehmer unterstreicht auch eine Studie des Future Mobility Lab der
Universität St. Gallen aus dem vergangenen Jahr. Diese zeigt auf, wie stark der
Arbeitsweg mit der Organisation und Kultur von Unternehmen verknüpft ist. Er
bildet ab, wie nachhaltig Arbeitgeber handeln – und wie ernst sie es mit
Mitarbeiterorientierung meinen.
Mobilitätsbudgets als Hebel für nachhaltige Veränderung
Die Befragung von über 3.000 Beschäftigten und rund 1.000
Arbeitgebern in Deutschland und der Schweiz macht deutlich, dass Mobilität nach
zusätzlichen Urlaubstagen zu den wichtigsten Benefits der Beschäftigten zählt.
Gleichzeitig dominieren in vielen Unternehmen weiterhin klassische Modelle wie
Dienstwagen und Gratisparkplätze – 81 Prozent
der deutschen Arbeitgeber bieten letztere an, häufig ohne
steuerliche Erfassung.
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Gleichzeitig zeigt sich ein großer Veränderungswille: 60 Prozent der Unternehmen in
Deutschland und 64 Prozent
in der Schweiz befinden sich im Transformationsprozess, insbesondere bei
Elektrifizierungsstrategien. Doch viele Arbeitgeber nehmen Zielkonflikte wahr: Ökologische Maßnahmen könnten, so die Befürchtung, die
Zufriedenheit der Beschäftigten mindern. Verstärkt wird das Problem durch fehlende Mobilitätsdaten – 58 Prozent
der Unternehmen haben keine valide Datengrundlage für
Entscheidungen.