Digitale Bezahlprozesse bleiben Ausnahme im Autohandel
Konsumenten haben sich schon lange daran gewöhnt, digital und online zu zahlen. Beim Autokauf bleibt diese Möglichkeit allerdings weiterhin die Ausnahme.
Beim Autokauf in Deutschland spielen rein digitale Bezahllösungen nur selten eine Rolle.
SP-X
Beim Bezahlen müssen Autokäufer und Werkstattkunden in
Deutschland oft Geduld mitbringen. Während Online-Shopping meist in Sekunden
erledigt ist, hinkt der Autohandel den Erwartungen vieler Kunden hinterher. Das
zeigt der Automotive Payment Report 2026 der Kölner Aufinity Group, für den 174
Autohäuser und Werkstätten befragt wurden.
Zwar berichten 90 Prozent der Händler von hohen
Kundenerwartungen an schnelle und unkomplizierte Bezahlprozesse. In der Praxis
werden diese jedoch häufig nicht erfüllt. So erhalten im Servicebereich mehr
als 80 Prozent der Kunden keine automatische Bestätigung über den
Zahlungseingang und wissen damit oft nicht, ob ihre Rechnung beglichen wurde.
Zudem bekommen 58 Prozent die Zahlungsaufforderung für Werkstattleistungen erst
bei oder sogar nach der Fahrzeugabholung – ein Ablauf, der wenig
Planungssicherheit bietet.
Händler insgesamt noch sehr analog unterwegs
Auch beim Fahrzeugkauf selbst bleibt digitales Bezahlen die
Ausnahme. Nur rund zehn Prozent der Händler bieten entsprechende
Online-Payment-Optionen an. Stattdessen dominieren weiterhin klassische Wege
wie Rechnung per E-Mail oder persönliche Übergabe vor Ort.
Für Kunden bedeutet das nicht nur mehr Aufwand, sondern auch
weniger Transparenz. Hintergrund sind vielfach weiterhin analoge Prozesse in
den Betrieben. So prüfen 61 Prozent den Zahlungsstatus händisch, etwa durch
Rücksprache mit der Buchhaltung. Entsprechend zählen offene Posten und
Mahnwesen für mehr als die Hälfte der Händler zu den größten Herausforderungen.
In knapp jedem fünften Betrieb entfällt sogar rund die Hälfte der Arbeitszeit
im Zahlungsmanagement auf manuelle Tätigkeiten.
Immerhin: Die Branche hat den Nachholbedarf erkannt. 49
Prozent der Händler planen in den kommenden drei Jahren Investitionen in
digitale Lösungen. Davon könnten am Ende vor allem die Kunden profitieren –
etwa durch schnellere Abläufe, mehr Transparenz und weniger Ungewissheit beim
Bezahlen.