BMW integriert Bosch-Warnsystem für Straßenrisiken
Bosch rollt seinen Road Hazard Service bei der BMW Group aus. Die Cloud-Lösung nutzt Fahrzeug- und Wetterdaten, um Gefahren wie Starkregen, Glätte, Unfälle oder Falschfahrer frühzeitig ins Cockpit zu melden und Assistenzsysteme gezielt zu stützen.
Bosch verknüpft für den Dienst Daten aus vernetzten Fahrzeugen mit externen Informationen zu Wetter und Verkehrslage.
Bosch
Bosch hat seinen cloudbasierten Road Hazard Service in Fahrzeuge der BMW Group gebracht. Der Dienst sei seit März 2026 Teil der Pkw-Flotte des Münchner Herstellers und solle in den kommenden Jahren schrittweise in weiteren Modellen ausgerollt werden. Zu den Fahrzeugen, die den Service nutzen, zählen nach Bosch-Angaben unter anderem BMW iX1, iX2, iX3, X3 sowie verschiedene Mini-Modelle.
Der Service warnt Fahrerinnen und Fahrer vor potenziellen Gefahren auf der Strecke. Dazu zählen etwa Glatteis, starker Regen mit Aquaplaning-Risiko, Schneefall, starker Wind, Unfälle oder liegen gebliebene Fahrzeuge. Bosch bietet den Dienst nach eigenen Angaben bereits in Europa und den USA an. Er sei inzwischen in Millionen von Pkw und Nutzfahrzeugen verfügbar. Technische Grundlage ist ein cloudbasiertes Fusionskonzept. Bosch kombiniert dafür anonymisierte Echtzeitdaten aus vernetzten Fahrzeugen mit Informationen von Drittanbietern wie Wetterdiensten oder Straßenbetreibern. In die Bewertung fließen unter anderem ESP-Eingriffe, Aktivitäten der Scheibenwischer sowie externe Wetterdaten ein. Daraus soll ein aktuelles Lagebild der Straßenverhältnisse entstehen.
OEMs können Warnschwellen selbst festlegen
Die Warnungen können dem Fahrer direkt im Fahrzeug angezeigt werden. Zudem können Fahrerassistenzsysteme wie die adaptive Geschwindigkeitsregelung oder der Notbremsassistent die vorausschauenden Gefahrenmeldungen berücksichtigen. Damit rückt der Dienst über reine Fahrerinformation hinaus näher an die automatisierte Reaktion des Fahrzeugs heran.
Ein weiteres Element des Angebots ist die cloudbasierte Falschfahrerwarnung. Fahrzeughersteller können sie laut Bosch als Teil des Road Hazard Service oder als Einzelfunktion buchen. Die Warnung könne direkt im Cockpit oder über Smartphone-Anwendungen von Bosch-Partnern erfolgen. Nach Unternehmensangaben wurden diese Partner-Apps insgesamt mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen. Für Fahrzeughersteller ist der Dienst auch konfigurierbar. Sie können Bosch zufolge festlegen, ab welcher Empfindlichkeit das System eine Warnung auslöst. Damit lässt sich die Funktion an die jeweilige Markenphilosophie und an fahrzeugspezifische Anforderungen anpassen.