KI-Verantwortung auf Konzernebene

Forvia beruft Digital- und IT-Chef Viard in den Vorstand

Forvia rückt künstliche Intelligenz näher an die Unternehmensspitze: Der aktuelle CDIO Raphaël Viard zieht in den Konzernvorstand ein. Der Zulieferer will mithilfe intelligenter Datennutzung die eigene Effizienz, Agilität und Wettbewerbsfähigkeit steigern.

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Raphaël Viard kam erst vergangenes Jahr zu Forvia und soll nun als Vorstandsmitglied vor allem die KI-Transformation beim Zulieferer forcieren.

Der Automobilzulieferer Forvia hat Raphaël Viard in den Vorstand des Konzerns berufen. Der bisherige CDIO darf sich künftig „Chief Digital and Artificial Intelligence Officer“ nennen und direkt an Forvia-Chef Martin Fischer berichten. Mit dem Schritt unterstreicht Forvia die strategische Bedeutung von künstlicher Intelligenz für die weitere Transformation des Unternehmens.

„Künstliche Intelligenz ist ein starker Beschleuniger dieser Transformation“, sagt Martin Fischer. Die Berufung Viards in den Vorstand zeige die Überzeugung des Managements, dass digitale Technologien, Daten und KI entscheidend zur Wertschöpfung, Agilität und technologischen Wettbewerbsfähigkeit von Forvia beitragen werden.

Fokus auf Daten, KI und Systemintegration

Raphaël Viard ist seit August 2025 für die digitale Transformation des Konzerns verantwortlich. Laut Forvia hat er in dieser Zeit die Integration zentraler IT-Systeme vorangetrieben, die Daten- und KI-Kompetenzen ausgebaut und einen strukturierten Prozess etabliert, um Digital- und KI-Initiativen mit hohem Geschäftsnutzen zu identifizieren und zu skalieren.

Der Manager verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen digitale Transformation und Technologiemanagement. Vor seinem Wechsel zu Forvia war er unter anderem für Alstom, SNCF, Saint-Gobain und Bouygues Construction tätig. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Cybersecurity, Cloud-Transformation, IoT-Plattformen und Unternehmens-IT.

„Mit künstlicher Intelligenz gehen wir den nächsten Schritt in der Transformation von Forvia“, erklärte Viard selbst. Ziel sei es, KI als unternehmensweite Kompetenz zu etablieren und Potenziale von der Produktinnovation über die Fertigung bis hin zu kundenbezogenen Prozessen und Managemententscheidungen zu erschließen. Einzelheiten der KI-Strategie des Autozulieferers legte Viards Kollegin Maryse Penny zuletzt auch auf dem automotiveIT Kongress 2026 in Ingolstadt dar.

Weniger Komplexität, mehr Wertschöpfung

Gegenüber automotiveIT erläuterte Viard – noch in seiner Rolle als Digital- und IT-Chef –, wie er  eine umfassende Modernisierung der IT- und Datenlandschaft bei Forvia forciert. Im Mittelpunkt stehen die Harmonisierung der historisch gewachsenen Systeme von Faurecia und Hella, der Aufbau einer konzernweit einheitlichen Datenbasis sowie die Vereinfachung der Anwendungslandschaft. Dabei sollen zahlreiche parallele Lösungen durch gemeinsame Plattformen ersetzt werden.

Zugleich treibt der Zulieferer große Transformationsprogramme wie SAP S/4HANA, PLM und Cloud-Migrationen voran. Viard sieht diese Projekte als Voraussetzung für den breiten Einsatz von KI. Entscheidend sei dabei eine gemeinsame semantische Datenebene, damit Business, IT und künftig auch KI-Agenten auf dieselben Informationen zugreifen können. „Ich will, dass Forvia mit unseren IT-Lösungen Wert schafft“, betonte der CDIO gegenüber automotiveIT. Die IT solle deshalb nicht länger nur Technologien bereitstellen, sondern als aktiver Geschäftspartner Innovation, Effizienz und Transformation vorantreiben.

Darüber hinaus verfolgt Viard einen klaren Business-Value-Ansatz für KI-Projekte. Neue Anwendungsfälle werden zunächst auf ihren geschäftlichen Nutzen geprüft und erst anschließend skaliert. Unterstützt wird dieser Ansatz durch das konzernweite „Business Transformation Studio“, das KI-Initiativen entlang klar definierter Mehrwertkriterien steuert.